Dr. Johann-Gerhard Fritsche mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich

Diplom-Geologe Dr. Johann-Gerhard Fritsche vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie informierte im Rathaus zum Thema „Geothermie in Gießen“. Etwa 20 Interessierte waren der Einladung der Gruppe „Energie“ der Lokalen Agenda 21 gefolgt und zum Vortrag in den Nebenraum des Konzertsaals gekommen. Begrüßt wurden sie von Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich.

Wie Dr. Fritsche in seinem Vortrag verdeutlichte, sei die sogenannte „Tiefen-Geothermie“, bei der Tiefen über tausend Metern erbohrt werden, für Gießen nicht sinnvoll. Anders läge die Situation aufgrund der Geologie im Oberrheintalgraben; dort erbrächten solche Bohrungen Temperaturunterschiede von über 100 Grad, die wirtschaftlich nutzbar seien.

Für Gießen kämen nur oberflächennahe Bohrungen mit Erdwärmesonden und Wärmepumpen in Frage, die Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad erzielten. Immerhin seien ca. 50 solcher Erdwärmeanlagen in Gießen bekannt, die über Bohrungen zwischen 20 und 150 Metern Tiefe Wärme aus dem Untergrund gewinnen. Dabei sei allerdings auf die geologische Situation zu achten. Das westliche Stadtgebiet von Gießen werde als günstig eingestuft, der östliche Teil sei dagegen aus hydrogeologischen Gründen ungünstig für Erdwärmegewinnung.

Der Betrieb einer Erdwärmesonde sei grundsätzlich erlaubnispflichtig: Ansprechpartner sei in der Regel die Untere Wasserbehörde beim Landkreis.

Bild: Dr. Johann-Gerhard Fritsche mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich