Entwurf Blumengießen für Gestaltung Parkhauswand
© Patrick Borchers 

Jury nominiert den Entwurf „blumengießen“ des in Hagen lebenden Künstlers Patrick Borchers

Bereits am 15. Dezember 2016 haben sechs eingeladene Künstler/innen ihre Entwürfe für die große Parkhauswand am neu entstandenen Wohnquartier des ehemaligen Schlachthofgeländes vorgelegt: Die Ausschreibung forderte eine Entwurfsplanung für eine rein zweidimensional angelegte, ortsspezifische Arbeit. Der Rahmen einer inhaltlichen und formalen Auseinandersetzung mit den historischen, stadtlandschaftlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Aspekten der Stadt Gießen und den spezifischen Gegebenheiten der baulichen Situation vor Ort blieb dabei bewusst weit gesteckt.

Die Jury hat nun bereits getagt, nach einer intensiven und lebendigen Diskussion fiel die Entscheidung schließlich für den Entwurf des in Hagen lebenden und in Dortmund lehrenden Künstlers Patrick Borchers. Die Jury setzte sich aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern zusammen: Gerhard Helm (Bauherr), Birger Rohrbach (Architekt), Dr. Holger Hölscher (Leiter Stadtplanungsamt), Simone Maiwald (Leiterin Kulturamt), Prof. Dr. Ansgar Schnurr (IfK der JLU), Markus Lepper (NKV Gießen) und der Christiana Protto (Externe Künstlerin/Frankfurt a.M.). Jörg Wagner moderierte als Projektkoordinator die Sitzung, in deren Verlauf auch die im Rahmen der Bürgerbeteiligung angesprochenen Aspekte diskutiert wurden. Mit einer Realisation der nun ausgewählten Arbeit ist, je nach Witterungsbedingungen, möglicherweise schon im März zu rechnen.

Hier geht es zu den Entwürfen und Kommentaren der Onlinebeteiligung

 

Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen:

„Patrick Borchers überzeugt mit blumengießen, indem es ihm gelingt, die monumentale Wand mit einem grafisch angelegten Entwurf in den Hintergrund treten zu lassen, ohne sie zu negieren. Geometrisch-abstrakte Farbflächen erzeugen ein Wechselspiel mit dynamischen Liniengeflechten und bewusst ausgesparten Bildzonen. Durch die so aktivierten Leerräume wird das Grau der Betonflächen nicht zum reinen Bildträger, sondern zu einem elementaren Teil der Komposition. Konzeptuell verklammert der Künstler mit seinen organischen Formen und freien Interpretationen von pflanzlichen Motiven zwei Orte – das neu angelegte Wohnareal am ehemaligen Schlachthaus und den für Gießen bedeutsamen Botanischen Garten der JLU im Stadtkern.
Insgesamt gelingt dem Künstler ein luftiger Entwurf, der in einem Gleichgewicht zwischen formaler Strenge und ästhetischer Leichtigkeit mit der Vehemenz der Betonwand spielt. Zudem vermag das Wandbild sowohl eine farbstarke Fernwirkung zu entfalten, als auch in der Nahsicht grafisch zu überzeugen.“