Neue Beschilderung an der Einmündung Wiesecker Weg/Feuerbachstraße

Die Einbahnstraße Feuerbachstraße ist für den Radverkehr geöffnet worden. Radfahrer dürfen jetzt ganz legal mitten in der Thomastraße abbiegen und den kurzen Weg zum Wiesecker Weg nutzen. „Damit wird für den Radverkehr eine weitere direkte, schnelle Wegeverbindung abseits der stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen angeboten“, so Verkehrsdezernent Peter Neidel.

Die Feuerbachstraße ist eine kurze und sehr übersichtliche Straße mit wenig Verkehr, aber auch sehr schmal. Sollte es doch einmal vorkommen, dass ein Radfahrer bereits in Gegenrichtung unterwegs ist, wenn ein Autofahrer abbiegen möchte, sollte der Autofahrer aus Gründen der Rücksichtnahme zunächst im Einmündungsbereich warten. Gleiches gilt natürlich umgekehrt auch für den Radverkehr.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Radverkehr Einbahnstraßen grundsätzlich in beiden Richtungen nutzen können soll, sofern Sicherheitsgründe nicht dagegen sprechen. Dies fördert den Radverkehr, da geöffnete Einbahnstraßen einen Beitrag für ein engmaschiges attraktives Radwegenetz leisten. Dadurch lässt sich die Fahrzeit reduzieren und die Fahrradnutzung wird attraktiver. Mehr Radverkehr trägt zur Entlastung der Umwelt und zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt bei durch weniger Lärm, Abgase, Stau und ruhenden Verkehr.

In Gießen gibt es fast 90 Einbahnstraßen. Über 80% davon sind bereits für Radfahrer geöffnet, weitere sollen folgen. Übrigens: Nur bei vorhandener Zusatzbeschilderung „Radfahrer frei“ dürfen Radfahrer Einbahnstraßen in Gegenrichtung befahren. Ansonsten droht eine Verwarnung in Höhe von bis zu 35 Euro.

Die Praxis zeigt: Bei gegenseitiger Rücksichtnahme ist eine Begegnung auch bei engen Verhältnissen unproblematisch. Geboten ist eine besondere Vorsicht an Einmündungen. Es gilt rechts vor links, außer es ist anders beschildert oder der Bord durchgezogen – wie in der Feuerbachstraße. Autofahrer müssen damit rechnen, dass ihnen Radfahrer auf der linken Seite entgegenkommen können. Radfahrer sollten diesen "Überraschungseffekt" berücksichtigen und besonders defensiv und vorausschauend fahren. Im Zweifelsfall sollte der Radfahrer im Begegnungsfall kurz an die Seite heranfahren und absteigen bis der PKW vorbeigefahren ist.