Nasim Osmani mit Martin Eckel im Standesamt Gießen

Mohammad Nasim Osmani ist Flüchtling. Geflohen ist er aus seinem Heimatland Afghanistan, ist seit September 2015 in Gießen und nutzt nun die Chance eines Praktikums in der Gießener Stadtverwaltung, in dem er das Standesamt in der Villa Leutert und das Stadtbüro im Rathaus kennenlernt.

Den ersten Teil seines vierwöchigen Praktikums absolviert Mohammad Nasim Osmani im Standesamt in der Villa Leutert in der Ostanlage, wo er vom Standesbeamten Martin Eckel betreut wird. Das Praktikum ist durch die Lollarer Initiative „Perspektive für Flüchtlinge“ zustande gekommen, bei der Osmani einen Sprachkurs besucht. In der Regel vermittelt die Initiative für ihre Sprachschüler eher Praktika im handwerklichen Bereich. Da Osmani, der in seiner Heimat Geographie studierte, zukünftig gerne mit Menschen anstatt im Handwerk arbeiten möchte, wurde der Kontakt zur Stadt Gießen aufgenommen.

Martin Eckel vom Standesamt ist optimistisch, dass ein solches Praktikum positive Auswirkungen auf die Integration von Flüchtlingen haben kann und zeigt sich von seinem Praktikanten durchaus beeindruckt, da dieser trotz der kurzen Zeit schon sehr gut Deutsch versteht. Natürlich ist es aufgrund der Sprachbarriere nicht möglich, dass Osmani sofort konkrete Aufgaben übernehmen kann. Ziel ist es viel mehr, dem Praktikanten vielseitige Einblicke in die Arbeit einer städtischen Verwaltung zu ermöglichen, Arbeitsabläufe kennenzulernen und die Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Dieses Praktikum, so Eckel, kann für die hier angekommenen Menschen eine Perspektive sein. Eine Möglichkeit, die deutsche Kultur, Arbeitsweisen im öffentlichen Dienst sowie den Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern kennenzulernen. Daran ist Mohammad Nasim Osmani überaus interessiert. Auch steht er im regen Austausch mit anderen Flüchtlingen seines Sprachkurses und kann somit seine gesammelten Erfahrungen weitergeben.

Das Praktikum, insbesondere der Umgang mit den Menschen, macht Osmani, wie er sagt, sehr viel Spaß. Die Möglichkeit, seine Sprachkenntnisse weiter zu verbessern, möchte er nutzen und freut sich bereits, nach dem Standesamt auch noch das Stadtbüro kennenlernen zu dürfen.

 

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