Wann sollten Sie sich untersuchen lassen

Sobald es Ihnen möglich ist, denn jede Vergewaltigung ist ein Notfall. Auch wenn Sie keine Anzeige erstatten wollen, lassen Sie sich trotzdem medizinisch versorgen. Wenn es für Sie  möglich ist, verzichten Sie auf das Duschen und Wechseln Ihrer Kleidung , um keine wichtigen Spuren zu zerstören.
Die Versorgung nach einer Vergewaltigung sollte möglichst zeitnah erfolgen (bis zu drei Tage nach der Tat). Zögern Sie nicht, die aufgeführte Klinik zu kontaktieren: auch dann, wenn keine sichtbaren Verletzungen vorliegen. Falls die Vergewaltigung bereits einen Tag zurückliegt, bitten wir Sie, auch wegen der Personalsituation in den Kliniken, dass Sie sich möglichst am Tag anstatt nachts an eine Klinik wenden.

Wenn mehr als drei Tage vergangen sind und Sie eine medizinische Versorgung wünschen, wenden Sie sich an eine gynäkologische Praxis Ihres Vertrauens. Eine Spurensicherung (DNA-Material) ist erfahrungsgemäß nicht (mehr) möglich. Körperliche und seelische Veränderungen und Beschwerden können im Rahmen der ärztlichen Untersuchung in einer Praxis jedoch dokumentiert werden.

Wenn Sie keine medizinische Akutversorgung in Anspruch genommen haben, besteht auch die Möglichkeit, sich im Institut für Rechtsmedizinvorzustellen, wenn Sie an Ihrem Körper Verletzungen feststellen, z.B. Hämatome, die Sie mit der Vergewaltigung in Verbindung bringen. Dort kann dann eine umfassende körperliche Untersuchung auf Verletzungsfolgen und Tatspuren durchgeführt werden.

Kosten
Es können Kosten durch die rechtsmedizinischen Untersuchung entstehen. Darüber werden Sie immer vorher informiert. Sollten zusätzliche Kosten entstehen, wenden Sie sich an das Büro für Frauen- und Gleichberechtigungsfragen der Stadt und die Kosten werden über das Projekt "Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung" getragen. Im Fall einer Strafanzeige können die Kosten auch erstattet werden.