Blick von einer Bühne auf die Besucher des Stadtfestes

"Warum spielen denn so wenig heimische Bands?“ das war eine Frage, die sich die Stadtfestmacher schon oft anhören mussten. Doch das ist Schnee von gestern: Seit einigen Jahren achten die Organisatoren darauf, neben namhaften Headlinern vor allem regionale Bands im Boot zu haben und so die heimische Szene zu unterstützen und ihr eine Plattform zu bieten. Hier ein Überblick (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Freitag (19. August) Schon der Freitag startet direkt nach der Eröffnung des Stadtfestes mit dem traditionellen Fassanstich auf dem Kirchenplatz regional: Den Anfang machen die drei Gießener Jungs von Marspol. „Marspol“ sind eine noch junge Band, die derzeit mit ihrem deutschsprachigen Indierock so richtig durchstarten. Gigs beim Marburger Stadtfest zur Primetime oder Anfang Juli vor 5000 Zuschauern als Support für Mark Forster in Gießen sprechen für sich. Präsentiert wird der Gig von der Musikschule Musikzentrale, die erstmals auf der Bühne am Kirchenplatz mit im Boot ist, sich aber im insgesamt zehnten Jahr am Stadtfest auf wechselnden Bühnen beteiligt.
Weiter geht es auf dem Kirchenplatz mit den Gießener Urgesteinen von Mother's Milk. Die „Red-Hot-Chili-Peppers“-Tributeband um Bandgründer und Schlagzeuger Carsten Siebert feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, das Jubiläum mit einem Auftritt beim Gießener Stadtfest zu krönen.
Regional geht es auch in der Plockstraße zu. Eröffnet wird der Freitag dort vom Singer/Songwriter Janne aus dem Ebsdorfergrund. Janne alias Jan Heuser präsentiert dem Publikum ausnahmslos selbstgeschriebene Songs über die Liebe und das Leben, die direkt unter die Haut gehen. Im Anschluss gibt sich die Familie Hossa nach drei Jahren Stadtfestabstinenz wieder ein Stelldichein – damals noch in den Kinderschuhen, hat sich die Truppe zu einer der bestgebuchten Schlagerbands der Republik gemausert. Neben Schlagern der 70er und dem passenden Bühnenoutfit gibt es deutsche Partyhits und Klassiker der Neuen Deutschen Welle.
Alte Hasen der Szene stehen mit Soliloquy am Selterstor auf der Bühne – die Alternative-Rocker mischen Mittelhessen und Rhein-Main mit ihren eingängigen Songs schon seit Ende der 90er auf.
Sehr lokal ist auch die Gutburgerlich-Bühne am Johannette-Lein-Platz aufgestellt. Dort gibt es nicht nur leckeres Essen aus regionalen Zutaten, sondern auch viel Musik aus der Heimat. Den Auftakt am Freitag macht der Newcomer Zampano mit seiner Crew. Zampano alias Alexandar Dikomeit steht für HipHop als Kulturform, die einst mehr bedeutete als marktrelevantes Künstlerverhalten mit maximaler Gewinnoptimierung sowie für ein ganz eigenes Lebensgefühl. Weiter geht es auch hier mit einem regionalen Newcomer: Der Gießener Songschreiber Anil steht mit seiner ersten Radio-Single „Dann kommst Du“ und seiner professionellen Liveband in den Startlöchern. Die Band bietet deutschsprachigen Rock/Pop mit einer gehörigen Portion Funk und Soul. Mit den Rappern von ZwoHandBreit kehren danach zwei Gießener auf die Bühne zurück, die die hiesige HipHop-Szene maßgeblich mitgeprägt haben.

 

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Kometen
Kometen
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Klangsturm
Klangsturm
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Paul-Simpson-Project - Soulshine-Tour
Paul-Simpson-Project - Soulshine-Tour
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Tess Wiley
Tess Wiley

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Zwohandbreit
Zwohandbreit © Chris Zielecki
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lebendig
lebendig
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Zampano
Zampano
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ChasingKurt White Square
ChasingKurt White Square

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Anil
Anil ©
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EhhKollektiv
EhhKollektiv

 

Samstag (20. August) Auch der Samstag beim Stadtfest ist bewusst regional gehalten. Am Kirchenplatz gehört der Tag der RP Jam Musikakademie. Die renommierte Gießener Musikschule stellt am Vormittag zunächst einige Akustikprojekte aus den Reihen ihrer Schüler und Dozenten vor; am Nachmittag präsentieren sich verschiedene Bands aus dem Umfeld der RP Jam wie die „Groove Unit“ oder das „Lounge Project“.
Aus Pohlheim stammt die noch junge Formation FireBeazz, die am Nachmittag in der Plockstraße mit ihrer dynamischen Trommelshow die Besucher begeistern will. Die Band hat sich bekannte Club- und Charthits vorgenommen und verwandelt sie mit Percussion-Instrumenten in schweißtreibende Nummern à la „Safri Duo“.
Mit der Clubband SuperPhoniX und den Kometen stehen am Samstag am Selterstor zwei Bands auf der Bühne, die beim Stadtfest schon zum Inventar gehören. Vorher präsentiert sich der Gießener Newcomer John Ohry, der mit seiner knackigen Mischung aus Funk, Rock und Pop und seiner souligen Stimme garantiert jeden mitreißen wird. Eröffnet wird der Nachmittag am Selterstor vom Singer/Songwriter Alexander Liebe, der mit seiner Band und seinen pfiffigen deutschen Texten vom Album „Blick nach oben“ zu gefallen weiß.
Auch die Hand-in-Hand-Bühne in der Kaplansgasse ist regional besetzt. Dort stehen mit High Spirits, Destination und Linger Coverformationen auf der Bühne, die ebenfalls aus der Region stammen.

Auf der „Gutburgerlich“-Bühne stehen am Samstag die elektronischen Klänge im Vordergrund. Mit dabei ist zunächst das EhhKollektiv, das zusammen mit Luki für tanzbare Klänge sorgen wird. Am Abend steht erneut das Deep-House-Projekt Chasing Kurt um den Gießener Sänger Lukas Poloczek auf der Bühne, das sonst in den großen Clubs der Nation zu erleben ist. Und wie es auf der „Gutburgerlich“-Bühne schon Tradition ist, ersteht ein ehemaliges Gießener Projekt eigens für das Stadtfest auf: Das House-Club-Projekt Hacienda von den beiden Gießener Erfolgs-DJs „Finger & Kadel“, das Anfang der 2000er Erfolge feierte und um die Welt tourte, kommt für einen Abend wieder zusammen und verspricht „deepe“ Klänge.

 

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High Spirits
High Spirits © Picasa
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Janne
Janne © Teufelsdaumen
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Hossa
Hossa
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Soliloquy
Soliloquy

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Heavytones
Heavytones © Heavytones
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Marspol Bandfoto
Marspol Bandfoto © Picasa
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Mother's Milk
Mother's Milk © T.Bastian
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Hacienda
Hacienda © Anja Isabel Schnapka


 

Sonntag (21. August) Auch am Sonntag gibt es noch einmal jede Menge heimische Bands zu erleben. Auf der Hand-in-Hand-Bühne (Kaplansgasse) gibt es zunächst bluesig-rockige Klänge von der Dillenburgerin Mabel und ihrer Band. Frontfrau Miriam Abel-Zapf ist in Wißmar aufgewachsen und Gießen immer noch eng verbunden. Rockige Klänge im Stile von Bands wie „Blink 182“ oder „Simple Plan“ haben die Grünberger von Fulltime Job dabei, die als eine der fleißigsten Bands in der Region gelten. Das Paul-Simpson-Project steht im Anschluss für Blues und Folk im Akustikgewand.
Mit der Rock/Popformation von Klangsturm steht in der Plockstraße erneut ein vielversprechender Newcomer auf dem Programm, bevor dort schon traditionell die Sophisticated Butcher Fingers mit ihren Akustikcovers den Abschlussslot besetzen. Am Selterstor sind mit den Melodic-Rockern von Rare ebenfalls Szene-Urgesteine dabei. Mit ihren progressiven Klängen ist die Band auch heute noch eine gern gesehene Truppe auf mittelhessischen Bühnen. Zuvor füllt hier die Musikzentrale mit den Gießener Alternative-Rockern von Vertigo den Nachmittag. Ebenfalls gern gesehener Gast ist die in Gießen lebende texanische Singer/Songwriterin Tess Wiley, die am Abend auf dem Kirchenplatz, ebenfalls auf Einladung der Musikzentrale Gießen, ihre Folk-Countrytitel zum Besten geben wird.

Aktuelle Informationen zum Stadtfest und das komplette Programm gibt es auf www.stadtfestgiessen.de sowie auf Facebook unter www.facebook.com/stadtfestgiessen.