Grundstück für Gefahrenabwehrzentrum auf dem Gelände des früheren US-Depots

Die Stadt und der Landkreis Gießen gehen den nächsten Schritt auf dem Weg zum gemeinsamen Bauprojekt eines Gefahrenabwehrzentrums im ehemaligen US-Depot. Den Realisierungswettbewerb hatte das Büro TRU Architekten gegen 13 Mitbewerber für sich entschieden. Ende April hatte das Preisgericht, bestehend aus Fach- und Sachpreisrichtern sowie Sachverständigen, getagt und das Konzept der Berliner Bürogemeinschaft auf den ersten Platz gewählt. Nun sind die Aufträge für einen Entwurfsplan in Höhe von rund 720.000 Euro an die Bietergemeinschaft TRU Architekten vergeben worden. Das Gesamtvolumen der Architekten- und Ingenieurleistungen beträgt rund 2,9 Mio. Euro. Der Plan ist die Grundlage für die Förderung durch das Land Hessen und soll bis zum Herbst vorliegen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass das Großprojekt immer konkreter wird“, sagt Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD). Mit der Vorlage eines Projekt- und Finanzierungsplans war der Magistrat der Stadt Gießen bzw. der Kreisausschuss von den jeweiligen Parlamenten beauftragt worden, also der Stadtverordnetenversammlung und dem Kreistag.
„Gemäß unseres Gesellschaftsvertrages vergab die Stadt Gießen als aktiver Partner den Auftrag“, sagt Landrätin Anita Schneider, „und wir bezahlen dann als Landkreis die Hälfte der Planungskosten.“ Eine gemeinsame Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) steuert die Planung und die Ausschreibung für den komplexen Bau. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und der Stadt verläuft sehr konstruktiv“, berichtet die Landrätin.

Dass Stadt und Landkreis Gießen zusammen ein Gefahrenabwehrzentrum bauen, hat gute Gründe: Die Wache der städtischen Berufsfeuerwehr in der Steinstraße entspricht nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Ein Neubau ist notwendig. Die Stadt und der Landkreis wollen mit dem interkommunalen Projekt Synergien im Bereich Gefahrenabwehr nutzen.

So soll der Neubau sowohl Platz bieten für die Leitstelle und den Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises als auch für ein Feuerwehrtechnisches Zentrum mit Wartungsräumen und Werkstätten für die Freiwilligen Feuerwehren im Kreisgebiet. All das hat positive Folgen, denn das neue Gefahrenabwehrzentrum wird viele Kräfte unter einem Dach vereinen und Abstimmungen vereinfachen.

Um einen geeigneten Standort für die Brand- und Katastrophenschützer zu finden, wurden in einem Gutachterverfahren fünf mögliche Flächen im Stadtgebiet in Augenschein genommen und kritisch geprüft. Die rund zwei Hektar große Fläche auf dem ehemaligen US-Depot war dabei die am besten geeignete. Diese ist von der Stadt dem Landkreis Gießen gemeinsam gekauft worden. Eine Adresse gibt es schon zum Teil: Die Straße wird „Stolzenmorgen“ heißen, die Hausnummer steht noch nicht fest.