Feuerwehrübung - Fahrzeug wurde gegen Wegrollen gesichert
Feuerwehrübung Rettung einer eingeklemmten Person

Am Sonntag (10.07.2016) ging der erste Lehrgang der neuen Lehrgangsreihe zur Technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen bei der Feuerwehr Gießen zu Ende. An mehreren Abenden und zwei Wochenenden wurden die Teilnehmer im Feuerwehrhaus und auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in Gießen-Lützellinden ausgebildet, um an Unfallstellen technische Hilfe leisten zu können. Praktische Übungen fanden außerdem auf dem Gelände des THW in Gießen statt.

Besonders das Befreien eingeklemmter Personen stand im Fokus der Ausbildung, aber auch die Bergung von Fahrzeugen nach einem Unfall. Lehrgangsinhalte waren vor Allem die physikalischen Grundlagen der Mechanik, der Umgang mit der vielfältigen Technik und das richtige Vorgehen bei der Menschenrettung.

Bisher wurde diese Ausbildung ausschließlich an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel durchgeführt. Da aber die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen einen immer größeren Stellenwert in der Arbeit der Feuerwehren gewinnt, ist auch die Nachfrage nach der Ausbildung entsprechend hoch. Daher können diese Lehrgänge inzwischen auch dezentral von den Landkreisen, kreisfreien Städten und Sonderstatusstädten durchgeführt werden. Die mittelhessischen Städte Gießen, Marburg und Wetzlar haben sich – um eine hochwertige und spannende Ausbildung anbieten zu können und dabei gleichzeitig Ressourcen zu sparen – zu einem interkommunalen Ausbildungsverbund zusammen geschlossen.

Im ersten Gießener Lehrgang hat sich gezeigt, dass das Konzept aus Fachkompetenz und Einsatzerfahrung der Ausbilder aus der Berufsfeuerwehr zusammen mit dem Engagement und Spezialkenntnissen von ehrenamtlichen Ausbildern und Betreuern aufgeht: Die Teilnehmer des Lehrganges waren durchweg begeistert. Besonders der hohe Praxisanteil war wichtig für den Lernerfolg. Lehrgangsteilnehmer Mario Kehl von der FF Gießen-Allendorf brachte es auf den Punkt: „Die physikalischen Gleichungen sind eigentlich nicht so mein Ding. In den praktischen Übungen konnten wir aber selbst ausprobieren, wie man mit wenig Kraft viel bewegen kann, wenn man richtig ansetzt.“ Um jedem Lehrgangsmitglied die praktische Ausbildung zu ermöglichen, sind sechs Altfahrzeuge, sogenannte „Schrott-PKW“ im Lehrgang zerschnitten worden. So konnte z.B. der Umgang mit hydraulischer Schere und Spreizer, mit Hebekissen und Zugeinrichtungen erlernt und geübt werden. Eine von der Firma Auto-Schach als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellte LKW-Fahrerkabine diente für Übungen zur Rettung bei LKW-Unfällen.

Den Abschluss des Lehrgangs bildeten am vergangenen Sonntag eine schriftliche Prüfung, in der das erworbene Wissen abgefragt wurde, und eine Abschlussübung, in der die Teilnehmer in einer Einsatzsituation das Erlernte anwenden mussten. Die Ausbilder und die Prüfungskommission zeigten sich von Lernwillen, Teamgeist und Leistung der Lehrgangsteilnehmer beeindruckt. Sowohl theoretisch als auch praktisch zeigten sämtliche Prüflinge gute Ergebnisse und sind nun gut gerüstet für Einsätze zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen.

 

Foto 1: Abschlussübung: Bevor ein Unfallopfer mit hydraulischem Rettungsgerät aus dem Fahrzeug befreit werden kann, muss dieses gegen Wegrollen gesichert werden. Das vermeidet unnötige Bewegungen, die zusätzliche Verletzungen des Unfallopfers verursachen könnten.

Foto 2: Rettung einer eingeklemmten Person. Die Lehrgangsteilnehmer sichern das Fahrzeug und nehmen ein hydraulisches Spreizgerät vor. Ausbilder Markus Krieb hat jeden Handgriff fest im Blick.