Perspektive neues THM-Gebäude

Die Finalisten für den Neubau der Institutsgebäude C15 und C16 für die Fachbereiche Maschinenbau und Energietechnik und Bauwesen der Technischen Hochschule Mittelhessen am Standort Gießen, Campus Wiesenstraße, wurden am 7. Juli 2016 durch ein Preisgericht ermittelt.

Der Realisierungswettbewerb für die beiden Institutsgebäude C15 und C16 am Hauptcampus Wiesenstraße an der Kreuzung Ringallee/Eichgärtenallee ist entschieden: Die Jury unter Vorsitz von Prof. Ulrike Lauber zeichnete in ihrer Sitzung am 7. Juli 2016 die Arbeit des Büros Schulz und Schulz Architekten GmbH aus Leipzig mit dem ersten Preis aus.

Das elfköpfige Preisgericht bestand aus Vertretern der Hochschule, des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen, des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, des Hessischen Ministeriums der Finanzen, Vertretern der Stadt Gießen und renommierten externen Architekten. Unterstützt wird die Jury dabei von zahlreichen Sachverständigen. Insgesamt sind von den 20 möglichen Wettbewerbsarbeiten 17 eingegangen, die dem Preisgericht vorgelegt wurden.

Die Erwartungen der Hochschule, des Landes Hessen und insbesondere der späteren Nutzer sind hoch: Die Technische Hochschule Mittelhessen plant für ihre Fachbereiche Maschinenbau und Energietechnik und Bauwesen die Errichtung zwei neuer Institutsgebäude, die einerseits den wachsenden Studierendenzahlen Rechnung tragen werden und andererseits eine Steigerung in der Qualität der Lehre ermöglichen. Bis 2020 sollen im Rahmen des Hochschulpakts 2020, Investitionsphase 3, des Landes rund 20 Millionen Euro in dieses Projekt investiert werden.

Unter Zugrundelegung des städtebaulichen Masterplans (hervorgegangen aus einem städtebaulichen Wettbewerb im Jahr 2010) waren in den Wettbewerbsbeiträgen insgesamt ca. 3.200m² Hauptnutzfläche zu realisieren. Die besondere Herausforderung bestand darin, die Vorgaben des Masterplans bzgl. Maßstäblichkeit und Körnigkeit mit der geforderten Nutzung zu verbinden.

Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der TH Mittelhessen, bewertet das Bauvorhaben und den Ausgang des Wettbewerbs sehr positiv: „Maschinenbau, Energietechnik und Bauwesen gehören traditionell zu den Kerndisziplinen unserer Hochschule. Mit den neuen Häusern schaffen wir ihnen zusätzlichen Raum und signalisieren, dass diese florierenden Fächer einen hohen Stellenwert bei der Campusentwicklung haben. Alle prämierten architektonischen Entwürfe sind aus meiner Sicht geeignet, städtebauliche Akzente im Sinne des Masterplans zu setzen.“
Irene Bauerfeind-Rossmann, Abteilungsleiterin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, betonte: „Ich freue mich, dass nach dem Wettbewerb Anfang des Jahres nun ein weiterer baulicher Meilenstein des Masterplans zur Campusentwicklung auf den Weg gebracht werden kann. Die THM als Hochschule für Angewandte Wissenschaften profitiert vom Hochschulpakt 2020 und den 31 Mio. €, die das Land Hessen für weitere Investitionen zur Verfügung stellt.“

Prof. Lauber hob hervor: „Das Verfahren hat gezeigt, dass nur ein Architektenwettbewerb eine solche Vielfalt von Ergebnissen gerade für ein so schwieriges Grundstück erbringen kann. So konnten gestern nach ausführlicher Diskussion die THM Gießen, die Stadt und die beratenden Architekten des Gremiums aus 17 sehr gut ausgearbeiteten und anonymen Beiträgen die Aspekte der Funktionalität, der Wirtschaftlichkeit, der städtebaulichen Einbindung und der Baukultur gemeinsam abstimmen und zu einem einstimmigen Ergebnis bringen.
Der Entwurf von Schulz und Schulz Architekten kann in herausragender Weise die städtebaulichen Anforderungen an die Maßstäblichkeit dieses wichtigen Bauplatzes erfüllen. Die Arbeit besticht durch die konsequente Hinwendung zum Schwanenteich, die damit den Campus mit dem Landschaftspark verbindet. Im Inneren können die gut proportionierten Eingänge der beiden Institute, die Erschließung zu den Obergeschossen mit den attraktiven studentischen Arbeitsplätzen und die hohe Funktionalität und Flexibilität der Gebäude überzeugen. Für die Studierenden und die Mitarbeiter entsteht so ein kommunikatives und zukunftsweisendes Arbeitsumfeld.
Die Anmutung des Gebäudes ist überaus angemessen für ein Institutsgebäude; sie wird geprägt durch ein lebendiges Spiel von Sichtbetonfertigteilen und Aluminiumfenstern, die je nach Nutzung ein geschlossenes oder offenes Bild erzeugen, dass durch eine vorgesetzte Skelettstruktur aus Betonfertigteilen wohltuend strukturiert wird.
Wir freuen uns, dass wir eine so überzeugende Arbeit für diesen wichtigen Eckstein der Campusentwicklung gefunden haben und diese einstimmig für die weitere Bearbeitung empfehlen konnten.“

Der zweite Preis des Wettbewerbs ging an AWB Architekten aus Dresden. Der dritte Preis wurde an Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten aus Berlin vergeben.

Je eine Anerkennung erhielten die Arbeiten des Büros Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten aus München und des Büros h4a Gessert + Randecker Generalplaner GmbH aus Stuttgart.

„Der erste Preisträger bietet für die städtebauliche Situation eine städtebaulich, architektonisch und funktional ansprechende Lösung, die auf der Basis des Wettbewerbsbeitrages optimierbar entwickelbar ist“, erklärt Friedhelm Dorndorf vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen. „Gut sichtbar entsteht eine neue Adresse, deren Gebäude eine eigene Identität aufweisen und sich zugleich gut in die Nachbarschaft einfügen.“

Alle Wettbewerbsbeiträge sind bis 22. Juli in der Technischen Hochschule Mittelhessen, Gebäude B10, Ostanlage 39 in Gießen im Rahmen einer Ausstellung zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung geschlossen.

 

08.07.2016 
Quelle: Technische Hochschule Mittelhessen