Technische Hochschule Mittelhessen - LogoEin großes Auditorium konnte Vizepräsident Prof. Olaf Berger zum Start der Ringvorlesung „Energie im Wandel“ an der TH Mittelhessen in Gießen begrüßen. Berger ist Sprecher des Zentrums für Energietechnik und Energiemanagement, das die Veranstaltungsreihe gemeinsam mit der Hochschule Fresenius organisiert. Energie- und Umwelttechnik sehe die THM in Lehre, Forschung und Weiterbildung als Zukunftsaufgabe, so Berger. Die Ringvorlesung solle ein Forum bieten, das Thema wissenschaftlich und für alle Interessierten verständlich zu diskutieren.

Zum Auftakt gaben drei Referenten den mehr als 150 Zuhörern einen Überblick über das Thema Energiewende. Prof. Dr. Stefan Lechner vom THM-Institut für Thermodynamik, Energieverfahrenstechnik und Systemanalyse zog eine Zwischenbilanz der Entwicklung in Deutschland. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Deckung des Stromverbrauch liege heute bei einem Drittel. Im Wärmesektor stagniere er bei knapp zehn Prozent, der verbrauchte Kraftstoff stamme zu gut fünf Prozent aus erneuerbaren Quellen. Für den weiteren Ausbau sieht Lechner vor allem in der Photovoltaik und der Windenergie Potential. Um die Klimaziele im Wärmesektor zu erreichen, in dem 50 Prozent der gesamten Energie verbraucht werde, seien ein verstärkter Einsatz von Wärmepumpen und eine Senkung des Energieverbrauchs durch bessere Wärmedämmung nötig.

Prof. Jens Strüker von der Hochschule Fresenius sprach über „eine Marktordnung für die Energiewende“. Der Geschäftsführer des Instituts für Energiewirtschaft sieht eine Dezentralisierung des Stromsystems als Modell für die Zukunft. Schon heute gibt es in Deutschland über 23.000 Windkraft- und fast 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen. Ein „Internet der Energie“ müsse die dezentralen Ressourcen einbinden und sei die Voraussetzung für eine „Sharing Energy Economy“.

Das Energiekonzept der Stadtwerke Gießen stellte Matthias Funk vor. Im Jahr 2020 will sein Unternehmen 45 Prozent des Stroms und der Wärme aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Heute sind es 20 Prozent. Als Eckpunkte der Energiewende nannte der Technische Geschäftsführer der Stadtwerke die dezentrale Erzeugung, eine intelligente Netzinfrastruktur und Energieeffizienz. Große Bedeutung komme dabei der Kraft-Wärme-Kopplung zu. Dabei wird gleichzeitig elektrische Energie und nutzbare Wärme erzeugt.

In der nächsten Vorlesung geht es am 25. Januar 2016 um „Speicher für die Energiewende“. Die Veranstaltung im House of Logistics & Mobility am Frankfurter Flughafen wird von der Hochschule Fresenius betreut. Weitere Informationen zu der Reihe gibt es unter www.thm.de/etem/ringvorlesung.

15.12.2015 
Quelle: Technische Hochschule Mittelhessen