Theater-Intendantin Cathérine Miville, Theatervereinsvorsitzenden Burkhard Schirmer sowie OB Dietlind Grabe-Bolz beim Anschneiden einer Jubiläumstorte im Stadttheater

Am vergangenen Samstag feierte der Verein der Freunde des Theaters Gießen e.V. sein 125-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum gratulierten unter anderem Kulturdezernentin und Aufsichtsratsvorsitzende Dietlind Grabe-Bolz und Intendantin Cathérine Miville.

„Ein Freund, ein guter Freund“ schallte es durch die taT-studiobühne, intoniert durch das A-Cappella-Quartett der SCHMACHTIGALLEN, das den Reigen der Gratulanten eröffnete und gleichzeitig das Motiv des Abends auf den Punkt brachte: Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Theaterschaffenden und Theaterförderern.

Seit sich der Verein, der mittlerweile knapp 400 Mitglieder zählt, 1890 unter seinem Vorsitzenden Carl Fromme gründete, um das Kunstleben der Stadt durch Theaterveranstaltungen zu heben, wurden die Kräfte bald in die Finanzierung und den Bau eines dedizierten Theatergebäudes gelenkt. 1907 wurde dieses Theater schließlich errichtet und konnte sich seitdem zu einem kulturellen Leuchtturm der Stadt entwickeln.

Ebenso stolz, wie der erste Vorsitzende Burkhard Schirmer auf seine Vorgänger zurückblicken kann, kann er auf die derzeitige Arbeit des Vereins schauen. Diese beinhaltet laut Schirmers Aussage neben dem ideellen Teil der Lobbyarbeit für das Theater den praktischen Teil der Finanzierung von Dingen, die das reguläre Theaterbudget überschreiten.

Die Gießener Oberbürgermeisterin und Kulturdezernentin Dietlind Grabe-Bolz definierte in ihrer Rede Theatermachen als menschliches Grundbedürfnis. Ihre Stadt, die neben dem Stadttheater und mehreren kleinen Privattheatern zudem noch das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft aufweisen könne, erfülle dieses Bedürfnis und ließ Grabe-Bolz zu dem Schluss kommen: „Gießen ist eine Theaterstadt.“

Das Publikum, das unter anderem Nachfahren des Gründers Carl Fromme in den Zuschauerreihen zählte, konnte sich selbstverständlich auch an Theaterkunst erfreuen: Neben den SCHMACHTIGALLEN boten Martin Spahr, Pascal Thomas und Anne-Elise Minetti sowie Naroa Intxausti und Jan Hoffmann Schmankerln aus der aktuellen Theatersaison.

Chordirektor Jan Hoffmann wurde darüber hinaus noch vom Theaterverein mit dem diesjährigen Gießener Theaterpreis „denkmal“ für seine kontinuierliche Chorarbeit in Stadt und Region geehrt. Der Preis wird zu besonderen Anlässen Theatermitgliedern, die sich in herausragender Weise „um das Hineintragen und die Verwurzelung des Theatergedankens in der Bürgergesellschaft“ verdient machen, verliehen.

Der Abend schloss mit der SCHMACHTIGALLEN-Hymne „Gießen – ’ne Stadt wie du und ich“, die ebenso humorvoll wie treffend auf die Nähe zwischen dem Theater und seinen Freunden hinwies. Das Stadttheater Gießen gratuliert den Theaterfreunden zu ihrem Jubiläum und hofft auf mindestens 125 weitere Jahre freundschaftlicher Zusammenarbeit.

 

01.12.2015 
Quelle: Stadttheater Gießen