NO2 Sammler Innenstadt

Anfang Juni 2015 wurde ein Passivsammler zur Ermittlung der Stickstoffdioxidbelastung (NO2) in der Innenstadt von der HLNUG installiert. Der Sammler ist in einem nach unten offenen Wetterschutzgehäuse untergebracht, welches in etwa 3 Metern Höhe an einem Beleuchtungsmast befestigt wurde.
Die Sammelproben werden monatlich gewechselt und in dreimonatlichen Chargen an ein qualifiziertes Fremdlabor zur Analyse geschickt. Diese Messmethode liefert keine stündlich aktuellen Werte, sondern Monatsmittelwerte und darauf aufbauend den entsprechenden Jahresmittelwert. Zur Beurteilung der lufthygienischen Situation reicht dies aus, da sich der NO2-Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (40 µg NO2/m3) auf ein Jahresdatenkollektiv bezieht.
Der Passivsammler an dieser Probenahmestelle wird wesentlich geprägt durch den Beitrag des urbanen Hintergrundes (siehe Skizze „Beitrag Stadt“ gelber Bereich) der Schadstoffbelastung durch Stickoxide, verursacht durch alle relevanten Quellen (Heizung, Gewerbe/Industrie und Verkehr). Da die Untersuchungen erst Mitte 2015 begannen, war das Jahresdatenkollektiv für den Jahresbericht 2015 noch nicht vollständig. Im Bericht von 2015 ist daher keine Auswertung des Gießener Passivsammlers aufgeführt. Die Ergebnisse über ein komplettes Messjahr werden vorrausichtlich im Frühjahr 2017 von der HLNUG veröffentlicht.
Dieses Verfahren hat gegenüber den automatisierten Luftmessstationen den Vorteil, dass es ohne Strom- und Datenleitungsanschluss auskommt. Die Luftmessstation in der Westanlage misst rund um die Uhr. Sie stellt die Summe der Luftschadstoffbelastung an dieser explizit verkehrsbezogenen Stelle dar, die über den städtischen Hintergrund hinaus durch den lokalen Beitrag der nahe gelegenen Straße verursacht wird. Sie misst also an einer Stelle mit höchster Belastung („hot spots“ - siehe Diagramm Punkt an roten Spitzen).

Diagramm Messstationen Umweltministerium