Stand F5 in Halle 1 des Umweltamtes auf der Bauexpo 2015

"Die Themen Klimaschutz und Energiewende sind in aller Munde und die Stadt Gießen macht viel dafür", erläutert Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich. Sie nennt als Beispiele „die energetische Sanierung städtischer Liegenschaften, den Aufbau eines Energiemanagements, die Nutzung von Kraftwärmekopplung über das Fernwärmenetz, die Öffentlichkeitsarbeit Solardachkataster, Regenwasserversickerung und Initiative Giessener Gebäudepass, die Umrüstung von Bussen auf das umweltfreundliche Erdgas, die Wärmerückgewinnung in der Kläranlage und seit letztem Jahr die bioklimatische Bewertung des Stadtgebietes Gießen mittels Planungshinweiskarte. Einiges davon ist auf der BAUExpo in der Halle 1, Stand F5 zu sehen.

Das Amt für Umwelt und Natur der Stadt Gießen hat den Stadtverordnetenbeschluss vom 9. Oktober 2014 zur Klimaanalyse zum Anlass genommen das Thema Klimaschutz in Gießen bei der BAUExpo mit sechs verschiedenen Themenkarten vorzustellen. Die vom Umweltamt erstellten Plakate umfassen das Thema Klimaschutz allgemein, den Giessener Gebäudepass, die Klimaanalyse, Regenwassernutzung und –versickerung sowie den Hochwasserschutz.

Die Anpassung der Städte an den Klimawandel stellt keine wissenschaftliche abstrakte Aufgabe dar, sondern ist eine wichtige Herausforderung im Hinblick auf die konkret wahrgenommene Betroffenheit der Bevölkerung im Umgang mit Hitzestress, Überflutungen, Trockenheit, Stürme und, Luftbelastungen. Es stellt sich die Frage nach einer nachhaltigen, d.h. klimagerechten städtebauliche Entwicklung der Stadt. Darüber hinaus werden in Gießen Strategien zur Regenwasserrückhaltung, Regenwasserversickerung und Nutzung sowie Hochwasserschutz verfolgt. Zu diesen Themen stehen das Team des Umweltamtes und der Mittelhessischen Wasserbetriebe auf der BAUExpo für Fragen zur Verfügung. Wie in den letzten Jahren wird die Initiative Gießener Gebäudepass mit Fachleuten - Energie- und Schadstoff-/Schimmelexperten - am Samstag und Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr vertreten sein. Neu ist die Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung Sachgebiet Regionale Energiepolitik des Landkreises Gießen.

Als erster Landkreis in Hessen verfügt der Landkreis Gießen über ein flächendeckendes Wärmekataster, das in das Integrierte Klimaschutzkonzept eingearbeitet wurde. Das Klimaschutzkonzept zeigt, dass im Landkreis Gießen dreimal so viel Primärenergie für die Wärmeherstellung verbraucht wird als für die Stromproduktion. Die größten Wärmeverbraucher sind die Wohngebäude mit einem Anteil von 66%. Die energetische Sanierung der Bestandsbauten ist ein wichtiger Schritt, um den Primärenergiebedarf zu senken.

Die Initiative Giessener Gebäudepass für Energieeinsparung und gesundes Wohnen möchte die jährliche Sanierungsquote im Gebäudebestand von derzeit unter 1 % deutlich erhöhen. Sie sieht in der qualifizierten energetischen Beratung einen wichtigen Baustein, Bauherren zu überzeugen, dass sie energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen.

„Da sich der Zuschuss zur „Energieberatung-vor-Ort“ ab März 2015 von 400 auf max. 800 € erhöhen wird“, so die Bürgermeisterin abschließend, „ lohnt es sich noch einmal mehr sich den Rat der Experten vor Sanierungsbeginn einzuholen.