Seltersweg

Business Improvement Districts (BID) gelten vielfach als gutes städtebauliches Instrument, um Innenstädte, Stadtteilzentren, Wohnquartiere und Gewerbezentren zu revitalisieren und attraktiver zu machen. In der Handelskammer Bremen diskutierten beim 6. BID-Kongress des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) am 19. und 20. November 2014 Experten aus Deutschland und dem Ausland über aktuelle Konzepte.

Bei einer Abendveranstaltung wurde das BID Nikolai-Quartier in Hamburg mit dem bundesweiten BID-Award ausgezeichnet. Mit dem Zusammenschluss zum größten BID Deutschlands sollen elf Straßen mit 70 Grundstücken und über 600 Unternehmen neu gestaltet werden. Dafür investieren die Grundeigentümer bis 2019 9,3 Millionen Euro. "Die Juroren überzeugte besonders, dass das BID Nikolai-Quartier mit eigenen Ausschüssen für Finanzen, für Planen, Bauen und Service sowie für Marketing und Events über gute Steuerungsinstrumente verfügt", betonte DIHK-Expertin Tine Fuchs als Vorsitzende der Jury. Den 2. Platz des BID-AWARDs 2014 belegte das BID PACT Elmshorn, den 3. Platz das BID-Seltersweg aus Gießen.

Peter Schöler, Vizepräses der Handelskammer Bremen, bewertete die Entwicklung der BIDs in Bremen positiv: „Bremen geht in Sachen BID mit gutem Beispiel voran. Die drei Bremer BIDs haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Quartiere insgesamt deutlich aufgewertet wurden, sich die Aufenthaltsqualität verbessert und die Kundenfrequenz erhöht hat.“ Seit 2009 gibt es in Bremen das BID Ansgarikirchhof sowie das BID Viertel und seit 2012 das BID Sögestraße.

Das Engagement des BID Sögestraße wurde im letzten Jahr mit dem BIDAward gewürdigt, das Viertel belegte den zweiten Platz. „Mit diesem Instrument können sich die Beteiligten aktiv dafür einsetzen, dass Straßenzüge und Quartiere aufgewertet werden“, sagte Schöler. „Gerade in Bremen ist es der richtige Weg, nicht auf öffentliche Unterstützung zu setzen, sondern die Aufwertung der Stadtteile in die eigene Hand zu nehmen.“ Die Handelskammer Bremen setzt sich für den weiteren Ausbau der BIDs ein. Sie wirkt unter anderem in den Standortausschüssen der Bremer BIDs mit und berät zusammen mit der Wirtschaftsförderung und dem Wirtschaftsressort an der BIDGründung interessierte Gemeinschaften.

Business Improvement Districts (BIDs) schaffen für Eigentümer in Einzelhandels- und Dienstleistungszentren die Möglichkeit, sich in einem selbst festgelegten räumlichen Bereich (Innovationsbereich) zusammenzuschließen, um gemeinsam Maßnahmen zur Stärkung und Aufwertung des Standortes durchzuführen. Eigeninitiative, Selbstorganisation und Selbstfinanzierung stehen im Mittelpunkt. Die private Finanzierung gewährleistet, dass die selbst gewählten Maßnahmen realisiert werden können. Alle Grundstückseigentümer werden an der Finanzierung eines BID beteiligt, um zu verhindern, dass Eigentümer von Maßnahmen profitieren, sich selbst aber finanziell nicht beteiligen. So können einzelne städtische Quartiere weit über die Möglichkeiten der öffentlichen Hand hinaus aufgewertet werden. Zugleich bleibt es den Akteuren überlassen, welche Maßnahmen sie in ihrem Gebiet umsetzen wollen.

 

19.11.2014 
Quelle: Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg