Justus-Liebig-Universität - LogoDie Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat im Jahr 2013 Gesamterträge in Höhe von 361 Millionen Euro erzielt, 11,1 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (2012: 349,9 Millionen Euro). Davon entfielen 232 Millionen Euro auf die Grundfinanzierung des Landes. Auf dieser Grundlage konnte die JLU eigene Einnahmen von 89,5 Millionen Euro (38,6 Prozent der Grundfinanzierung) erzielen. Hierzu zählen unter anderem Forschungsfördermittel (unter anderem DFG-Drittmittel und Mittel aus dem Landesexzellenzprogramm LOEWE) in Höhe von 67,5 Millionen Euro sowie weitere eigene Erträge in Höhe von 22 Millionen Euro. Darüber hinaus erhielt die Universität zweckgebundene Sonder- und Projektmittel des Landes, zu denen insbesondere die Mittel zur Qualitätssicherung der Lehre, Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 für den Aufbau zusätzlicher Studienplätze, Mittel aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget, Erstausstattungsmittel für Neubauten sowie Bezüge für emeritierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Höhe von 39,5 Millionen Euro zählen. 

Die JLU konnte das Jahr 2013 erneut mit einem positiven Jahresergebnis abschließen. Mit zehn Millionen Euro fiel das Ergebnis höher aus als im Vorjahr (2012: 5,3 Millionen Euro). Allein drei der zehn Millionen Euro verdankt die JLU dabei dem ungewöhnlich milden Winter, der die Energiekosten fallen ließ. Grundsätzlich muss sich die JLU allerdings auf deutlich steigende Energiekosten einstellen. Zudem stehen erhebliche Investitionen an, so zum Beispiel im Bereich der Berufung von Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissen­schaftlern. Der Anteil der Grundfinanzierung des Landes am Budget der Universität liegt weiter bei 64 Prozent, ist aber dank eines nominalen Anstiegs der Landeszuweisung im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter gefallen. „Das positive Ergebnis sichert die Handlungs- und Investitionsfähigkeit des Präsidiums und damit die wissenschaftliche Entwicklung der Universität Gießen“, sagte JLU-Kanzler Dr. Michael Breitbach. 

Das Präsidium der JLU begrüßt ausdrücklich die von der hessischen Landesregierung vorgesehene Anhebung der Grundfinanzierung der Hochschulen: Laut Koalitionsvertrag sollen die Mittel im nächsten Hochschulpakt jährlich um bis zu drei Prozent (Inflationsrate plus ein Prozent) steigen. Mit dieser Entscheidung ergibt sich mehr Planungssicherheit für die JLU. Qualitativ hochwertige Lehre, eine angemessene Betreuungsrelation, exzellente Grundlagenforschung und andere Leistungen sind nur mit einer verlässlichen Grundfinanzierung möglich. Da die Landeszuweisung erst ab 2016 in Fünfjahres-Schritten angehoben werden soll, ergibt sich in der mittelfristigen Finanzplanung allerdings eine „Budgetdelle“, die für die nächsten Jahre mit Rücklagen vorübergehend überbrückt werden muss; hierfür ist das positive Jahresergebnis 2013 eine wesentliche Voraussetzung. 

Das positive Jahresergebnis 2013 wird der so genannten Gewinnrücklage zugeführt. Diese erhöht sich damit von 44,8 Millionen Euro auf 54,8 Millionen Euro. Die JLU hat, wie die Entwicklung der freien Rücklagen zeigt, damit ihre Strategiefähigkeit sowie ihre Fähigkeit zur Risikovorsorge auf allen Entscheidungsebenen (Präsidium, Dekanate, Professuren) ausbauen können. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Rücklage Verpflichtungen zur Erfüllung von Ausstattungszusagen aufgrund von Berufungszusagen im Umfang von etwa 21,2 Millionen Euro gegenüberstehen, für die in den nächsten Jahren finanzielle Vorsorge zu treffen ist. Außerdem muss das Präsidium die Funktionsfähigkeit gebäudetechnischer Anlagen einplanen. „Trotz des HEUREKA-Programms und der zahlreichen Neubauten an der JLU besteht nach wie vor ein Sanierungsstau im Gebäudebestand, der bei Ausfällen der Gebäudetechnik den Grundhaushalt der Universität belastet“, betonte Dr. Breitbach. 

Die JLU investierte im Berichtsjahr insgesamt 26,4 Millionen Euro; davon entfielen auf wissenschaftliche Geräte, Betriebs- und Geschäftsausstattung 18,1 Millionen Euro und auf Investitionsmaßnahmen in Gebäuden 8,3 Millionen Euro. Die Investitionstätigkeit im Gebäudebereich wird maßgebend von den aus dem HEUREKA-Programm finanzierten Baumaßnahmen bestimmt; mit der Fertigstellung und Übergabe an die JLU werden die Gebäude als Investition in der Bilanz der JLU ausgewiesen. 

Der von den Wirtschaftsprüfern erneut uneingeschränkt testierte Jahresabschluss wurde inzwischen vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst genehmigt. 

„Ich danke unserem Kanzler Dr. Michael Breitbach herzlich für die umsichtige und die Zukunft der Universität sichernde Haushaltsführung“, sagte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee im Senat.

 

17.07.2014 
Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen