Runder Tisch „ Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung“ tagte erstmals – Große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung – Aber auch vielfältige Bedarfe

Die Situation der vielen Flüchtlinge, die in Gießen vorübergehend im Meisenbornweg und in der Rödgener Straße untergebracht sind, wie auch die Diskussion über bestehende Unterstützungen und den Handlungsbedarf, der sich in der Stadt Gießen dadurch ergibt, beleuchtete ein neu gegründeter „Runder Tisch“ zum Thema „Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung“, der auf Einladung von Hermann Wilhelmy, Evangelische Flüchtlingsseelsorge, der Vorsitzenden des Ausländerbeirats der Universitätsstadt Gießen, Sarah Stefanos und Astrid Eibelshäuser für den Magistrat der Stadt zusammentrat.

Vertreten waren die Leitung der Einrichtung, die zuständige Abteilung des Regierungspräsidiums, die Polizei, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung Gießen, der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen, des Ortsbeirats Rödgen, der Stadtwerke Gießen, des Landkreises Gießen sowie ehrenamtlich Tätige aus den Bereichen der Universität und des Gesundheitswesens.

Insbesondere die Themen verkehrliche Anbindung, Sicherheit, medizinische Versorgung, Beratung und ehrenamtliches Engagement standen im Mittelpunkt der Diskussion. Gerade die medizinische und psychologische Betreuung von Menschen aus Krisengebieten erfordert eine auf die spezifischen Problemlagen ausgerichtete medizinische Versorgung. Hierzu wurde verabredet, dass diejenigen Anwesenden, die im medizinischen Bereich tätig sind, die Themen in Kooperation mit der Einrichtung weiter beraten. Besondere Hilfen, die interkulturellen Anforderungen gerecht werden, benötigen insbesondere Frauen, die während ihres Aufenthalts in der Erstaufnahmeeinrichtung schwanger sind bzw. hier ihr Kind zur Welt bringen.

Handlungsbedarf wird auch bei der Verkehrssituation an der Rödgener Straße, insbesondere für Fußgänger am Bahnübergang der Rödgener Straße gesehen. Zeitnah soll bei einem Ortstermin geklärt werden, welche Maßnahmen hier umgesetzt werden können, um Gefahrenstellen zu beheben. Erfreut stellte der Kreis fest, dass sich erneut gezeigt habe, wie groß die Hilfsbereitschaft der Gießener Bevölkerung ist und wie viele sich ehrenamtlich engagieren, sei es, dass sie Beratungen durchführen, Deutschunterricht geben oder Freizeitangebote für Kinder gestalten. Hier erhoffen sich die Anwesenden durch die Erweiterung der Einrichtung in der Außenstelle Rödgener Straße ausreichend Platz für ihre Angebote.

Durch den Runden Tisch sei es gelungen, viele zusammen zu bringen, die sich dafür engagieren – unabhängig davon, ob in fachlicher Zuständigkeit oder ehrenamtlich -, dass die Flüchtlinge in ihrer Gießener Zeit von rund zwei bis sechs Wochen sich auf eine neue Zukunft einstellen können, fasste Stadträtin Astrid Eibelshäuser zusammen. „Diesen Austausch werden wir fortsetzen, die Verabredungen begleiten und damit hoffentlich einen Beitrag dazu leisten, dass auch schwierige Situationen bewältigt werden können. Dabei können wir uns in dieser Stadt auf die gute Kooperation mit der Leitung der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung und
das Mittun vieler verlassen“, so Eibelshäuser. Denn: Von je her gebe es gute nachbarschaftliche Beziehungen zwischen der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung und der Stadt Gießen und deren Bevölkerung. Und das habe sich auch durch die Erweiterung der Einrichtung am Standort Rödgener Straße (ehemals US-Depot) nicht geändert.