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Faktencheck der Verbraucherzentrale Energieberatung

Bis zu 30 Prozent an Heizenergie einsparen, das versprechen Anbieter von Infrarot-Flächenheizungen, zusammen mit hohem Komfort und sauberem Klima-Gewissen.

"Doch was ist dran, an diesen Versprechen", fragt Susanne Pertermann, Leiterin der Beratungsstelle Gießen von der Verbraucherzentrale Hessen. Anbieterunabhängige Hilfe bei Fragen zu Heizungserneuerung und – umbau bieten die Energieberater in der Beratungsstelle Gießen der Verbraucherzentrale Hessen, Südanlage 4 (neben der Kongresshalle). Terminvereinbarung unter (0641) 76 234 und 0800 809 802 400.

Die Infrarot-Flächenheizung wird mit Strom betrieben. „Das ist in Deutschland nach wie vor die teuerste Energieform“, erklärt Dr. Elisabeth Benecke, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Hessen. Da die Infrarot-Heizung keinen Niedertarif nutzen kann, fallen im normalen Haushaltstarif gegenwärtig etwa 27 bis 30 Cent je Kilowattstunde an. Gas kostet im Schnitt rund sieben Cent pro Kilowattstunde, Heizöl umgerechnet etwa acht und Holzpellets nur sechs Cent. Pro Kilowattstunde ist die Infrarotheizung also zwei- bis dreimal so teuer wie eine Öl- oder Gasheizung. „Die Ersparnis aufgrund vergleichsweise niedriger Investitionskosten ist damit in kurzer Zeit wieder aufgezehrt“, stellt Benecke fest. Vor allem in schlecht gedämmten Häusern mit hohem Heizbedarf treibt sie die Energiekosten oft in ungeahnte Höhen.

„Nachhaltig senken lässt sich der Energiebedarf nur durch energiebewusstes Verhalten, energieeffizientes Bauen und gegebenenfalls entsprechende Sanierungsmaßnahmen“, so Benecke weiter.

Auch in punkto Klimaschutz werden die Erwartungen oft enttäuscht. CO2 spart nur, wer für die Infrarotheizung ausschließlich zertifizierten Ökostrom bezieht. Mit dem normalen Strommix betrieben, verursachen strombetriebene Heizungen wegen der Verluste bei Stromerzeugung und -transport deutlich höhere CO2-Emissionen als andere Energieträger.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

 

13.02.2014 
Quelle: Verbraucherzentrale Hessen