Absperrband vor einer Gefahrenzone

Entschärfung für Sonntag, 2. Februar geplant – Evakuierungen notwendig - Stadt, Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei treffen umfangreiche Vorbereitungen

Bei Bauarbeiten auf einem Grundstück im Leihgesterner Weg (Südviertel, ehemaliges Poppe-Gelände) wurde am Dienstagnachmittag, 28.01.2014, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Nach Aussagen der Experten des Kampfmittelräumdienstes, die am Mittwoch die Bombe amerikanischer Herkunft in Augenschein genommen haben, besteht derzeit keine akute Gefährdung. Es handelt sich um eine ehemals Fünf-Zentner-Bombe, die seinerzeit nach dem Abwurf bereits teilweise detonierte. Allerdings befinden sich in dem sogenannten „Zerscheller“ noch Sprengstoff sowie ein Zünder. Diese müssen entschärft werden. Der Bereich um den direkten Fundort ist deshalb abgesperrt und wird bewacht.

Die Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste beschäftigen sich bereits mit der Vorbereitung der mit der Entschärfung einhergehenden notwendigen Maßnahmen.

Um die Auswirkungen auf das Stadtgebiet, die Bevölkerung, Universität, Handel und Gewerbe sowie den öffentlichen Nahverkehr zu minimieren und die Grundversorgung durch Feuerwehr und Polizei zu gewährleisten, wurde der kommende Sonntag, 02.02.2014 als Entschärfungstermin gewählt.

Aus Sicherheitsgründen muss während der Entschärfung nämlich ein Umkreis von etwa 300 Metern um die Bombe abgesperrt und teilweise evakuiert werden. Die Kliniken sind davon nicht betroffen.

Deshalb ist die Evakuierung der angrenzenden etwa 30 Gebäude in einer festgelegten Zone um den Fundort am Sonntagmorgen ab 9.00 Uhr zwingend erforderlich. Um 11.00 Uhr muss diese „rote Zone“ (Teile des Leihgesterner Weges, des Aulweges und der Wilhelmstraße) komplett geräumt sein. Durch Feuerwehr und Polizei wird kontrolliert, ob alle Anwohner diesen Bereich verlassen haben. Davon Betroffene werden ab Donnerstag mittels Wurfzetteln und am Samstag über persönliche Ansprache von Haus zu Haus informiert. Des Weiteren werden Anwohner in einer „grünen Zone“ außerhalb der Evakuierungszone angewiesen, sich am Sonntag ab 12.00 Uhr in diesem Bereich nicht im Freien aufzuhalten. Der Aufenthalt in den Gebäuden bzw. ihren Wohnungen ist möglich. Türen und Fenster sind aber geschlossen zu halten bis die Entschärfung abgeschlossen ist. Auch diese Anwohner werden ab Donnerstag informiert. Unten kann der Plan mit dem genauen Gebiet heruntergeladen werden.

Straßen und Wege im Südviertel werden während der Arbeiten für den Verkehr gesperrt. Der Fahrzeugverkehr wird ab 9.00 Uhr aus der grünen Zone herausgenommen und wird mit dem Beginn der Entschärfung nicht mehr möglich sein. Auf den Straßen darf sich im Entschärfungszeitraum niemand aufhalten.

Über die anstehenden Verkehrssperrungen und Umleitungsempfehlungen wird ab Samstag auch über den Rundfunk informiert. Der öffentliche Personennahverkehr wird ab 11.00 Uhr umgeleitet – dies betrifft die städtische Linie 3 sowie die Regionallinie 37879. Durch den vorübergehenden Wegfall der Haltestellen im Leihgesterner Weg wird die Linie 3 eine Umleitung über die Röntgenstr., Friedrichstr und Schubertstr. zum Aulweg nehmen. Für alle Bewohner, die in der Zeit der Entschärfung nicht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterkommen können, steht ab 09.00 Uhr der Festsaal der Petrusgemeinde im Wartweg zur Verfügung. Dort wird durch die Rettungsdienste eine Betreuung und Versorgung erfolgen. Anwohner des Gefahrenbereichs sollten ihre Fahrzeuge von diesen Straßen entfernen. Ab 09.00 Uhr können sie auf dem Hof der Ludwig-Uhland-Schule im Aulweg 120 für die Dauer der Maßnahme abgestellt werden.

Zum Entfernen des Zünders setzen die Kampfmittelräumer auch ein spezielles ferngelenktes Schneidgerät ein, um dann den Sprengkörper anschließend abtransportieren zu können. Damit wird voraussichtlich gegen 12.00 Uhr begonnen. Wie viel Zeit benötigt wird, kann noch nicht gesagt werden. Das Ende der Sperrungen wird via Lautsprecherdurchsagen und über den Rundfunk bekannt gegeben.

 

Amtliche Bekanntmachung der Allgemeinverfügung zur Evakuierung

30.01.2014 
Quelle: Gemeinsame Presseinformation der Stadt Gießen und des Polizeipräsidiums Mittelhessen