US-Depot Luftbildübersicht

Mit der Gießener Revikon GmbH hat ein ortansässiger Projektentwickler den Zuschlag für des ehemalige US General Depot erhalten.

Das ehemalige US-Depot in Gießen wurde von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in dem Zeitraum vom 12.10.2012 bis zum 21.12.2012 öffentlich zum Kauf angeboten. Während der Marktabfrage gingen bei der Verkäuferin insgesamt 9 Kaufpreisangebote für die rund 69 ha große Fläche ein. Nach Prüfung der Angebote erhielten 3 Bieter die Gelegenheit, ihre Nutzungskonzepte bei der Stadt und der Bundesanstalt vorzustellen. Zwei Bieter kamen in die engere Wahl. Mit Ihnen wurden Kaufvertragsverhandlungen aufgenommen.

Nach Abschluss der Verhandlungen hat die Bundesanstalt der REVIKON GmbH den Zuschlag erteilt, teilte Claus Niebelschütz, Verkaufsleiter der BImA für die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, mit. Die REVIKON GmbH erhält damit die Möglichkeit, mit der Stadt Gießen über den Inhalt eines städtebaulichen Vertrags zu verhandeln und mit der Bundesanstalt den ausgehandelten Kaufvertrag notariell zu beurkunden. Die BImA hat sich für 1 Monat an ihren Zuschlag gebunden.

Geplant ist von den Investoren eine Mischung aus Logistik, produzierendem Gewerbe, Büronutzungen und sonstigen Nutzungen unter Ausschluss von großflächigem Einzelhandel. „Unser Konzept beinhaltet einen Mix aus verschiedenen Nutzungsarten. Dabei wird es auch das Ziel sein, bestehende und erhaltenswerte Gebäude in das Konzept zu integrieren“, so Daniel Beitlich, Geschäftsführer der Revikon GmbH. Neben einem Teil der auf dem Gelände bestehenden Hallen, Verwaltungs- und Mannschaftgebäuden soll u. a. auch das denkmalgeschützte Flughafengebäude des ehemaligen Gießener Flughafens erhalten und denkmalgerecht saniert werden. Außerdem unterstreicht Beitlich, dass es auch Ziel sei, die bestehenden Nutzungen und Nutzer, die sich in den letzten Jahren am Standort angesiedelt haben, in das neue Konzept zu integrieren.

Außerdem möchte die Revikon GmbH auf die Mitbewerber zugehen: „Unser Ziel ist es, diese überaus große Gewerbefläche sinnvoll in die Stadt Gießen zu integrieren und mit Leben zu füllen. Möglichen Interessenten für die Anmietung oder den Ankauf von Flächen und Gebäuden sind willkommen. Das gilt ganz besonders auch für unsere Mitbieter, die sich bereits intensiv mit dem Gelände beschäftigt haben“, so Beitlich.

Die Oberbürgermeisterin freute sich darüber, dass mit dem Investor ein erfahrener, zuverlässiger heimischer Projektentwickler für die bevorstehende Mammutaufgabe der Umnutzung des großen Gießener US-Depots ausgesucht wurde, der bereits auch erfolgreich ehemalige Gießener Militärflächen in zivile Nutzungen umgewandelt habe. Für den Wirtschaftsstandort Gießen sei diese Entscheidung der BIMA ein höchst erfreuliches Zeichen, erklärte Grabe-Bolz, und verband damit die Hoffnung, dass damit weitere neue Arbeitsplätze in der Universitätsstadt angesiedelt werden könnten.

Gemeinsam mit der Stadt Gießen werden die Projektentwickler eine neue Erschließung planen und hierzu einen städtebaulichen Vertrag schließen. „Die Entwicklung des US Depots ist für uns eine spannende Aufgabe und wir sind zuversichtlich, dass unser Entwicklungskonzept nachhaltig und belastbar ist“, erklärt Beitlich.

Die aus diesem Verfahren als Käufer hervorgehende Revikon ist in puncto Konversion nicht unerfahren: Die Geschäftsführer Daniel Beitlich und Martin Bender haben in den letzten Jahren schon verschiedene, ähnliche Flächen revitalisiert, u.a. die ehemalige Housing Area in Butzbach mit 700 Wohnungen, das Bänninger Gelände in Gießen, das ehemalige Behördenhochhauses im Aulweg 45 oder die Standorte des Landkreises Gießen in der Rivers Kaserne in Gießen.

Nicht Gegenstand des Verkaufs ist das Zivilgüterverteilzentrum AAFES im westlichen Bereich. Hier wird die Nutzung durch die amerikanischen Streitkräfte voraussichtlich noch bis 2016 andauern. Außerdem wird das nördlich an die Wieseckaue anschließende Areal nicht veräußert sondern durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben renaturiert. Dort befand sich einst die Landebahn des Flughafens und später ein Übungsgelände.

 

06.12.2013 
Quelle: Revikon GmbH | Bundesanstalt für Immobilienaufgaben