LGS 2014 - Spielplatz

In genau fünf Monaten heißt es „Auf zu neuen Ufern“. Dann wird die 5. Hessische Landesgartenschau in Gießen feierlich eröffnet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am 26. April 2014 werden die Tore für Hessens größtes Gartenfest in Gießen geöffnet. Viele Teilbereiche sind bereits fertig gestellt. Auch die Spielschollen, bei denen die abenteuerliche Forschungsreise des Alexander von Humboldt nach Amerika Pate für die Gestaltung stand, nehmen Formen an. Wer von der Ringallee aus auf das Gelände blickt, der erkennt bereits heute die ers-ten bunten Installationen.

Durch die winterlich kahlen Bäume sind sie schon gut zu erkennen, die bis drei Meter hohen grünen und pinkfarbenen Gebilde aus Holz, die signalisieren: Hier darf gespielt werden. Es sind die ersten Gestaltungselemente der vier Spielschollen, die auf mehr als 1700 Quadratmetern derzeit in der Wieseckaue entstehen. Große Blattformen, die auf einem Fundament fest verschraubt sind. In ihrem Schatten sollen die jungen Besucher im nächsten Jahr zu kleinen Forschern werden.

Die vier Spielinseln in der Wieseckaue sollen die wichtigsten Stationen der Südamerikareise die Humbodt zwischen 1799 und 1804 unternahm, nachzeichnen. Bei der er unter anderem die Verbindung zwischen den beiden gewaltigen Flüssen Amazonas und Orinoco entdeckte, den damals höchsten bekannten Berg, den Chimborazo, bezwang und in Acapulco alte Indianerstätten fand. Die Berliner Landschaftsarchitekten „geskes.hack“ haben charakteristische Bildmotive dieser Reise aufgegriffen und die Flächen als bespielbare Skulpturen mit den wiederkehrenden farbigen Wandscheiben geplant. Diese werden je nach Thema mal Bäume, mal Blüten und mal eine Berglandschaft darstellen.

„Der Grundausbau der Spielschollen ist bereits abgeschlossen“, so Jürgen Werner, Bauleiter der Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH (LGS GmbH) „Neben den hölzernen Bäumen und Blütenblättern sind auch die Fundamente für die unterschiedlichen Spielgeräte gegossen.“ Auf der Spielinsel „Amazonas“, auf der schon die pinkfarbenen Blüten leuchten, wurden auch bereits die hölzernen Kisten angeliefert, in denen die kleinen Forscher im kommenden Jahr mit Linealen, Lupen und Peilscheiben unterschiedliche Objekte vermessen können. Eine der Forscherkisten soll sogar mit einer Lochkamera ausgerüstet werden.

LGS 2014 - SpielplatzAuch die Piroge, ein Boot aus einem mit einer Axt und Feuer ausgehöhltem Baumstamm, mit dem Humboldts Forscherteam einst den Fluss „Orinoco“ befuhr, ist in Arbeit. Hinter den gro-ßen grünen Blättern, die den Dschungel am Fluss bilden, bieten bereits verankerte senkrecht stehende Baumstämme verschiedene Klettermöglichkeiten und Aussichtspunkte. Nebenan, an der Station des „Chimborazo“, wurden drei Trampoline in der Erde versenkt, so dass die kleinen Besucher nach anregender Forschungsarbeit nach Herzenslust hüpfen können. Dort sind außerdem schon die Fundamente für das rund fünf Meter hohe Kletter-Ei zu sehen, auf dem die Kinder später den Gipfel stürmen können. Das Beton-Ei wird in den nächsten Wochen in einem Stück geliefert. Die kleineren Einbauten wie Forscherkisten oder kleine Holztiere vervollständigen das Bild dann in den nächsten Wochen. „Lediglich die Spielflächen selbst werden mit Kies und Holzhäcksel erst im kommenden Jahr fertig gestellt“, so Jürgen Werner.

Viele werden sich jetzt fragen, was hat Alexander von Humboldt mit Gießen zu tun? Ganz einfach: Humboldt brachte Justus Liebig nach Gießen. Liebig kennt in Gießen jeder: Justus-Liebig-Universität, Liebigschule, Liebigstraße, Liebigdenkmal. Keine Frage, der Chemiepionier ist in Gießen allgegenwärtig. Am 22. März 1824 hat der Hesse Liebig seinen Vortrag an der Königlichen Akademie in Paris beendet. Plötzlich steht mit Alexander von Humboldt einer der bedeutendsten Naturforscher der Zeit vor ihm. Eine Begegnung mit Folgen, denn Humboldt wird schließlich Liebigs Förderer. Liebig verdankt Humboldt die Gießener Professorenstelle, die er ab 1825 als ordentlicher Professor in Gießen besetzte. Humboldt machte sich beim Großherzog von Hessen für den Chemiker stark.

Für Kinder und Erwachsene, die gerne durch die Lüfte schwingen, plant die LGS GmbH au-ßerdem zwei „Himmelsschaukeln“. Die Geräte aus Holz und Stahl, die auch für Erwachsene ausgelegt sind, werden im kommenden Jahr geliefert. Die Fläche vor den Blumenhallen, im Osten der Wieseckaue, ist aber bereits vorbereitet.

Bildunterschrift: Die ersten bunten Installationen an den Spielflächen, die je nach Thema mal Bäume, mal Blüten und mal eine Berglandschaft darstellen, sind bereits montiert.

 

25.11.2013 
Quelle: Landesgartenschau Gießen 2014 GmbH