Auf Einladung des Büros für Frauen- und Gleichberechtigungsfragen und der Arbeitsgemeinschaft Gießener Frauenverbände berichtet die Referentin Kathrin Mengel von medica mondiale am Mittwoch, den 27. November um 18.30 Uhr, im Pausenraum (neben dem Konzertsaal) im Rathaus Gießen beispielhaft an einem Projekt in Liberia über die Arbeit mit Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten überlebt haben.

Der Abend beginnt mit einem Film (Dauer 15 Min.), der einen Überblick über die Entwicklung der Organisation medica mondiale und ihre Arbeit gibt. Im Anschluss daran
berichtet Kathrin Mengel und steht für Fragen und eine Diskussion mit dem Publikum bereit.

Seit 2006 engagiert sich medica mondiale im Südosten Liberias, in dem zwar seit 10 Jahren offiziell Frieden herrscht, doch bis heute sexualisierte Gewalt fast überall zu finden ist: in Dorfgemeinschaften, in Schulen, im eigenen Haus – als Bandenvergewaltigungen, von Seiten des Partners oder in Form von Überlebensprostitution. medica mondiale Liberia baut deshalb hier ein breites Unterstützungs- und Schutznetz auf, das Frauen Hilfe bietet.

Schockiert von den Massenvergewaltigungen an bosnischen Frauen machte sich die Gynäkologin Monika Hauser Ende 1992 auf den Weg ins Kriegsgebiet im ehemaligen
Jugoslawien. Nur kurze Zeit später, im April 1993, eröffnete sie in der Stadt Zenica mit rund 20 einheimischen Psychologinnen und Ärztinnen das bis dahin einmalige Frauentherapiezentrum Medica Zenica. „Ich war wütend über die Gewalt gegen Frauen, die unsensible Darstellung in den Medien und die Untätigkeit von Politikern und Hilfsorganisationen", erklärt Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, zum 20-jährigen Bestehen ihrer Organisation im April 2013. „Mir war damals nicht im Mindesten klar, dass daraus in den folgenden 20 Jahren eine international agierende und anerkannte Frauenrechtsorganisation entstehen würde."

2008 wurde Monika Hauser, mit dem Right Livelihood Award, dem Alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet, im November 2012 mit dem den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile hat medica mondiale im Kosovo, in Albanien, Afghanistan und Liberia weitere Projekte für Frauen und Mädchen aufgebaut, die sexualisierte Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten überlebt haben. Auch in Konfliktländern wie der DR Kongo, Burundi, Ruanda und Uganda leistet die Organisation unverzichtbare Arbeit für von Gewalt betroffene Frauen. Mehr als 100.000 Frauen und Mädchen hat medica mondiale bis heute unterstützt – medizinisch, psychosozial, rechtlich, durch Alphabetisierungskurse, Fortbildungen oder berufliche Perspektiven.

Mit Kampagnen, Protestaktionen, Fotoausstellungen und Vorträgen informiert medica mondiale über sexualisierte Gewalt im Krieg, ihre Hintergründe und Auswirkungen.