Baustelle
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Der hochbaulich-freiraumplanerische Realisierungswettbewerb für den Neubau des Labor- und Technologiezentrums am Gießener Campus Gutfleischstraße der Technischen Hochschule Mittelhessen ist entschieden: Die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Planungsgesellschaft mbH und hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH (beide Berlin) wurde von der Jury unter Vorsitz der Kölner Architektin Prof. Dörte Gatermann mit dem ersten Preis ausgezeichnet. An dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sich 26 Teams aus Architektur- und Landschaftsplanungsbüros beteiligt. Bis 2017 sollen im Rahmen des Hochschulbauprogramms HEUREKA des Landes rund 40 Millionen Euro in dieses Projekt investiert werden.Dem Gewinner ist es nach Auffassung des Preisgerichts auf hervorragende Weise gelungen, die vielfältigen Anforderungen der Auslobung in eine nachhaltige, energieeffiziente und ästhetisch anspruchsvolle Architektur zu übersetzen. Das Raum- und Funktionsprogramm des Fachbereichs Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt und Biotechnologie und der Chemie und Physik des Fachbereichs Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik seien auf effiziente und funktionale Weise umgesetzt. Damit werde ein besonderer Beitrag zur Entwicklung des Campuslebens an der Gutfleischstraße geleistet. Die Wettbewerbssieger sehen ein einheitliches Gestaltungskonzept für den gesamten Campus vor, der durch funktionale Organisation der Grundrisse und einladende Erdgeschosszonen überzeuge. Die Gliederung der Fassaden wird insbesondere im Hinblick auf die Belichtung der Labore sehr posit iv bewertet.

„Die Neubauten für das Labor- und Technologiezentrum an der Gutfleischstraße setzen neue Maßstäbe für eine kompakte, effiziente Architektur, die ganz auf die Bedürfnisse von Forschenden, Lehrenden und Studierenden eingeht. Auch die Außenraumgestaltung des Siegerentwurfs lässt einen lebendigen und lebenswerten Campus erwarten. Für die THM ist dies das erste große Projekt, das im Rahmen des Hochschulbauprogramms Heureka realisiert wird. Das Land investiert dafür rund 40 Millionen Euro“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann.

Der Siegerentwurf mit seinem originellen Fassadenkonzept bietet nach ihren Worten nicht nur einen zukunftsweisenden Beitrag für ernergieeffizientes Bauen, sondern kann auch für die Architektur weiterer Campusbauten der THM Orientierung sein. Das Ergebnis des Wettbewerbs müsse nun architektonisch und freiraumplanerisch konkretisiert werden: „Dabei wünsche ich mir, dass wir die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Stadt Gießen, der Technischen Hochschule Mittelhessen und dem Land Hessen fortsetzen. Sie ist gleichzeitig auch ein Garant für die enge Verbindung von Technischer Hochschule und Stadt“, fügte die Ministerin hinzu.

THM-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin zeigte sich begeistert von dem Signal für die Technische Hochschule, das von diesem Entwurf ausgeht: „Der siegreiche Beitrag der Berliner Arbeitsgemeinschaft ist eine erste sehr gelungene Konkretion der Ideen aus dem städtebaulichen Wettbewerb des Jahres 2010. Wir nehmen endgültig Abschied von der Hochhausarchitektur der 1960er Jahre. Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf ist trotz seines Volumens filigran, freundlich und modern. Er überzeugt durch Leichtigkeit, Offenheit und ein Maximum an Flexibilität und Dynamik. Ich bin sicher, das neue Labor- und Technologiezentrum wird erstklassige Bedingungen für Forschung und Lehre bieten.“

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte: „Von dem Siegerentwurf bin ich sehr beeindruckt. Den Verfassern gelingt es, einen prägenden Minicampus auszuformen, der in besonderer Weise ein Bindeglied im Kontext des gesamten Campus der THM zwischen dessen städtebaulichem Umfeld Wohnbebauung, Gebäuden der Gerichtsbarkeit und dem „Volkspark Wieseckaue“ in der Stadt darstellt.“

Prof. Dörte Gatermann, Vorsitzende des Preisgerichts, hob hervor: „Mit dem gelungenem Konzept der Arbeitsgemeinschaft Hascher Jehle Planungsgesellschaft mbH, Berlin und hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin erhält der Standort Gutfleischstraße ein neues Gesicht. Der Minicampus im Zentrum der drei Neubauten des LTZ wird mit seinen umgebenden belebten Erdgeschosszonen zu einem attraktiven Ort für Nutzer und Passanten. Es ist beeindruckend, mit welcher Souveränität die Architekten die Vorgaben der Masterplanung weiterentwickelt haben und selbstbewusst an der richtigen Stelle neue Akzente setzen. Der maßstäbliche Entwurf stiftet in der Technischen Hochschule Identität und schenkt der Stadt Gießen einen lebendigen öffentlichen Raum.“

Der zweite Preis des städtebaulichen Wettbewerbs ging an das Team Enrique de Teresa Arquitectos Asociados S.L. (Madrid). Den dritten Preis erhielten Auer + Weber + Assozierte GmbH (München) mit Latz und Partner LandschaftsArchitekten (Kranzberg). Der vierte Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft Dömges Architekten AG mit Wamsler - Rohloff - Wirzmüller FreiRaumArchitekten (beide Regensburg). Den fünften Preis bekamen tsj tönies schroeter jansen freie architekten GmbH mit Sven Andresen Landschaftsarchitekt (beide Lübeck).

Je eine Anerkennung erhielten die Teams Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft mbH mit A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH (beide Berlin); SPREEN Architekten mit fischer heumann landschaftsarchitekten (beide München) und Architekten BDA RDS Partner - Rauh Damm Stiller Partner Planungsgesellschaft mbH (Hattingen) mit Förder Landschaftsarchitekten GmbH (Essen).

Alle 26 Wettbewerbsbeiträge sind vom 4. Juli bis 17. Juli 2013 in der THM, Ostanlage 39 in Gießen zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung geschlossen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden auch in einer Broschüre publiziert. Sie kann per E-Mail unter folgender Adresse bestellt werden: pressestelle@thm.de

 

03.07.2013 
Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst