Artenschutz

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Immer mehr Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. In den ständig länger werdenden „Roten Listen“ finden wir sie wieder. In Deutschland gelten derzeit rund die Hälfte aller Wirbeltiere und Insekten sowie rund ein Drittel aller Farn- und Blütenpflanzen als gefährdet. Bis zu 10 Prozent der Arten sind sogar schon ausgestorben oder verschollen.

Auswirkungen des Artensterbens

Wenn landschaftstypische Tiere und Pflanzen verschwinden, verarmt unsere Natur. Und das gilt nicht nur unter ästhetischen Gesichtspunkten. Jedes Tier und jede Pflanze hat eine bestimmte Aufgabe in der natürlichen Umwelt, dem Ökosystem. Sterben einzelne Arten aus, wird das gesamte Beziehungsgefüge verändert. Dies kann zu weiteren Verlusten von Tier- und Pflanzenarten und sogar zu Zusammenbrüchen von Ökosystemen führen.

Ursachen des Artensterbens

Der Hauptgrund für den Artenschwund in der jüngeren Vergangenheit war die Industrialisierung. Heute ist die Landwirtschaft als größter - wenn auch nicht einziger - Verursacher des Artensterbens auszumachen.

Landwirtschaft wird heute zu einem großen Teil in Monokulturen betrieben. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, erfordert diese Form der Landwirtschaft große zusammenhängende Feldflächen. Dafür wurde die Landschaft häufig durch eine „Flurbereinigung“ umgestaltet. Insbesondere die Trockenlegung von Feuchtbiotopen, die Kanalisierung von Bächen und Flüssen sowie das Abholzen von Hecken zur landwirtschaftlichen Nutzbarmachung bedeutete einen Verlust von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere.

Dort, wo Pestizide, Fungizide und  Herbizide gegen „Unkräuter“, Pilze, Insekten und Nagetiere, aber auch Mineraldünger, Mist und Gülle auf den Feldern übermäßig eingesetzt werden, wird die Reduzierung der Arten weiter vorangetrieben.

Artenschutz

Naturschutzgebiete allein, die nur rund zwei Prozent der Fläche Deutschlands ausmachen, können das Artensterben nicht aufhalten. Deshalb muss durch die Anlage und vor allem durch die Vernetzung von Flächen untereinander, die nicht oder nur gering landwirtschaftlich genutzt werden, neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen werden.

Ausgeräumte Landschaft bei Lützellinden

Zerschneidung der Landschaft - Gießener Ring