Insektenfreundliche Beleuchtung

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Durch die nächtliche Beleuchtung haben sich die Lebensbedingungen vieler Tierarten nachteilig geändert. Besonders bei den Insekten sterben jedes Jahr mehrere Millionen Tiere, da sie durch das Licht der Lampen angelockt werden und dadurch vielen Gefahren ausgesetzt sind:

  • Größere Insekten können durch die Wucht des Aufpralls an die Leuchtgehäuse verletzt oder getötet werden.
  • Kleine Insektenarten können durch die Hitzeeinwirkung an ungeschützten Lampen (offene oder beschädigte Leuchtgehäuse) getötet werden.
  • Prädatoren wie Fledermäuse und Spinnen suchen gezielt Lichtquellen auf, um die anfliegenden Tiere zu fangen. Andere verzehren herabfallende, noch lebende Tiere am Erdboden (z. B. Laufkäfer, Igel, Spitzmäuse) und werden oftmals selbst gefährdet.
  • Die Tiere einer Population werden aus ihren Herkunftsbiotopen weggelockt und finden bei den Lichtquellen keine geeigneten Entwicklungshabitate, Nahrungspflanzen und Geschlechtspartner. Sie werden auf diese Weise aus der Reproduktion der Population herausgenommen (= "Leerfangeffekt von Ökosystemen").
  • Die zeitliche Synchronisation der Tiere während der Nacht, beispielsweise zur Paarfindung und Nahrungsaufnahme, wird gestört (Störung der inneren Uhr).

Um diesem Problem entgegenzutreten, kann an drei Punkten angesetzt werden:

Auswahl des Lampentyps: Zur Beleuchtung z. B. der Straßen wurden bisher meistens Quecksilberlampen benutzt. Diese haben einen relativ hohen Anteil des Lichtspektrums im Bereich zwischen 400 - 600 nm. Sie werden deshalb von nachtaktiven Insekten sehr stark wahrgenommen und locken diese an. Als Alternative werden seit einiger Zeit Natriumdampflampen eingesetzt. Sie sind durch die gelbe Färbung des Lichts leicht zu erkennen. Die Hauptkomponente ihres Lichtspektrums liegt im roten Spektralbereich von 600 - 700 nm und beeinflusst die Insekten in sehr viel geringerem Maße.
In Gießen werden, wo es nötig und möglich ist, die alten Quecksilber- gegen neue Natriumdampflampen ausgetauscht. Bei Straßenbeleuchtungen in Neubaugebieten werden vermehrt Natriumdampflampen eingesetzt.

Auswahl des Leuchttyps: Das Licht sollte möglichst nur dorthin strahlen, wo es gebraucht wird, und eine Erhellung der Umgebung so weit wie möglich vermeiden. Deswegen sollte vor allem auf den Einsatz von Kugelleuchten verzichtet werden, da ein Großteil des Lichts unnötig nach oben abstrahlt. Soweit möglich sollte auch eine Abschirmung an den Seiten der Lampe erfolgen.

Betriebseinschränkungen: Auch eine geringere Beleuchtung während verkehrsschwacher Zeiten hat einen positiven ökologischen Effekt und führt darüber hinaus zu einer Einsparung bei den Energiekosten.