Schwalben und Mauersegler

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Schwalben und Mauersegler gehören bei uns wohl zu den bekanntesten Vogelarten. Sie gelten allgemein als „Frühlingsboten“ und erfreuen uns mit ihrem Gezwitscher und ihren akrobatischen Flugkünsten. Sie sind darüber hinaus ausgesprochen nützlich, denn sie erfüllen wichtige Funktionen, von denen wir direkt oder indirekt profitieren. Mit rund 80 Prozent bilden Fliegen, Mücken und Blattläuse den Hauptanteil ihrer Nahrung. Die Landwirtschaft profitiert von der aktiven Schädlingsbekämpfung auf den Feldern.

Man bezeichnet Schwalben und Mauersegler als „Siedlungs- und Kulturfolger“, da sie an die Nähe des Menschen gewöhnt sind und in unseren Städten und Dörfern siedeln. Sie sind seit jeher eng mit dem ländlichen Raum, den Dörfern und der Landwirtschaft verbunden. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft, besonders den Rückgang der Höfe mit Viehhaltung und die bauliche Angleichung der Dörfer an städtische Vorbilder, haben sich ihre Lebensbedingungen in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Naturnahe Lebensräume mit ausreichendem Nahrungsangebot sind seltener geworden. Lebensnotwendige Nistmöglichkeiten in Ställen und Hausdächern sind verloren gegangen.

Wie können ihre Lebensbedingungen verbessert werden?

Da wir ihre Lebensbedingungen durch unser Verhalten maßgeblich beeinflussen, müssen wir sie in unsere Planungen einbeziehen. Bei der Planung und Gestaltung von Neubauten sowie der allgemeinen Stadtentwicklung sollten die Bedürfnisse dieser Vögel berücksichtigt werden. Der einzelne Vogelfreund hat derweil die Möglichkeit, in seiner unmittelbaren Umgebung etwas für die Flugkünstler zu tun. Im Einzelnen sollte an folgende Maßnahmen gedacht werden:

  • Aufbau eines Biotopverbundsystems zwischen Stadt und Landschaft
  • Erhaltung und Neuanlage von Graswegen und unversiegelten Platzflächen (Wasserplätzen)
  • Erhaltung und Neuanlage von naturnahen Lebensräumen (besonders Feuchtbiotope)
  • Erhaltung und Neuanlage naturnaher Fließ- und Stillgewässer
  • Berücksichtigung bei Neu- und Umbauten in der Stadt und auf dem Land
  • Schaffung von Ersatzlebensstätten (z. B. Schwalbenhäuser, Kunstnester für Mauersegler und Mehlschwalben an Hausfassaden)


Rechtlicher Hinweis

Schwalbennester am Haus müssen von den Bewohnern geduldet werden. Wer sie zerstört, muss nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes mit Geldbußen rechnen. Gegen störenden Schwalbendreck hilft oft schon ein Brett, das unter die Nester geschraubt wird. Laut einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg (Az.: 8 ME 65/04) müssen bei der Zerstörung von Schwalbennestern Ersatznisthilfen angebracht werden.