Flüchtende 2015 auf dem Weg in das Camp in Röszke (Ungarn)
© Erik Marquardt 

Anlässlich der Interkulturellen Woche rund um den Nationalen Tag des Flüchtlings am 29.09.2017 sind Amnesty International, der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen mit San Juan del Sur und Region in Nicaragua e.V. - gipanic - sowie der Ausländerbeirat der Universitätsstadt Gießen Gastgeber einer Fotoausstellung im Rathaus. Diese lenkt den Blick auf die Fluchtbewegung in Mittelamerika, die angesichts der an Abschottung orientierten Migrationspolitik der US-Regierung unter Trump noch an Brisanz gewonnen hat.

Hunderttausende Menschen versuchen jedes Jahr, über Mexiko in die USA zu gelangen. Ein Grund ist die exzessive Bandengewalt in ihren Heimatländern El Salvador, Honduras und Guatemala. In den Jahren 2012 und 2015 galten El Salvador und Honduras als tödlicher als bekannte Konfliktregionen wie der Irak oder Afghanistan1.  Der lange Weg, den die Menschen auf der Suche nach Sicherheit und einem besseren Leben zurücklegen, macht  tausende von ihnen zu Opfern von Entführungen, Vergewaltigungen, Erpressung und Mord. Doch auch wer ankommt, hat kaum eine Chance: Die 
US-amerikanische Grenzbehörde hält Asylsuchende teilweise über Monate in Haftzentren an der Grenze fest. 

Flucht und Einwanderung sind diesseits des Atlantiks und besonders in Gießen als Sitz der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung sehr präsent. Wie sieht es jenseits davon aus? Die Ausstellung  möchte darauf aufmerksam machen, dass Migration ein weltweites Phänomen ist. Eindrückliche Bilder geben den Menschen, die sich auf den Weg machen und dabei Gefahren aussetzen, ein Gesicht. Zusatzmaterialien vermitteln Informationen und Hintergründe. 

Die Gründe für Flucht mögen unterschiedlich sein. Dennoch: Niemand flieht freiwillig und begibt sich in existenzielle Gefahren, wie sie in der Ausstellung zu sehen sind.  Das ist die Parallele zur europäischen Wirklichkeit. Um tatsächlich etwas gegen Flucht zu tun, muss bei den Ursachen angefangen werden. 

Wo?  Atrium, Rathaus Gießen. 
Wann?  21. September bis 12. Oktober 2017 Öffnungszeiten des Rathauses
Eröffnung 21. September 2017 um 17:00 Uhr im 1. OG des Atriums, Rathaus
Vortrag 27. September 2017 um  19.00 Uhr im Atrium, Rathaus
Eintritt frei

Rahmenprogramm 

  • Feierliche Eröffnung mit lateinamerikanischer Musik und Ansprache am Donnerstag, 21.09.2017 um 17.00 Uhr. 
  • Vortrag im Rahmen der Ausstellung von Migrationsexperten Hauke Lorenz (Amnesty International Hamburg) am 27.09.2017, 19.00 Uhr: „Solidarität mit geflüchteten Migrant*innen in Mexiko und Deutschland“ umrahmt von lateinamerikanischer Musik
    Hauke Lorenz (Mitglied der Mexiko- und Zentralamerika-Koordinationsgruppe von Amnesty International und Filmemacher des Dokumentarfilms „Viacrucis Migrante – Kreuzweg der Migrant*innen“) berichtet von Forschungs- und Dreharbeiten der Arbeit der Migrant*innenherberge La72 an der Grenze Mexiko-Guatemala und seinen Eindrücken von der Filmtournee im Rahmen des Deutschlandjahres in Mexiko. Nicht nur Deutschland und die Europäische Union lagern ihre Grenzkontrollen in Transitländer von Geflüchteten und Migrant*innen aus. Die „andere“ Mauer der USA beginnt für viele Menschen aus Zentralamerika und anderen Ländern direkt nach dem Grenzübertritt von Guatemala nach Mexiko.

 

 

Hintergrund

Die Interkulturelle Woche will seit 1975 als Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie gelebte Vielfalt der Einfalt entgegensetzen, indem sie rund um den Tag des Flüchtlings Begegnungsräume schafft. Dieses Jahr findet sie vom 24.-30.09.2017 unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ statt. 

 

Veranstalter

Amnesty International ist eine weltweite unabhängige Mitgliederorganisation, die sich auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzt. Neben der Hilfe für Opfer von menschenunwürdiger Behandlung ist Aufklärung und Bewusstseinsschaffung für Menschenrechte eine zentrale Aufgabe von Amnesty. Eine der rund 650 ehrenamtlichen Gruppen in Deutschland ist die Gießener Gruppe. Seit Jahren engagiert sich die Gruppe bei den politischen Aktionen von Amnesty International gegen die Aushöhlung des Rechts auf Asyl.
Kontaktperson: Antonia Bartels, antonia-bartels@gmx.de

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Gießen - San Juan del Sur und Region in Nicaragua e.V. – gipanic - setzt sich seit 1986 für den entwicklungspolitischen und kulturellen Austausch zwischen Nicaragua und Deutschland ein. Der Verein hat bereits über 90 Entwicklungsprojekte lokaler Akteuren in San Juan del Sur gefördert. Der nächste Besuch einer Delegation in der Partnerstadt ist für Januar 2018 geplant. 
Kontaktperson: Uwe Koperlik, info@gipanic.de

Der Ausländerbeirat der Universitätsstadt Gießen vertritt die Interessen der ausländischen Einwohner der Stadt und hat gegenüber der städtischen Verwaltung und Politik Mitsprachemöglichkeiten. Er setzt sich für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Bürger ein, fördert ausländische Vereine stark und organisiert Veranstaltungen und internationale Feste, wie z.B. den Gießener Tag der Kulturen.
Kontaktperson: Maria.Hutsylo@giessen.de