Goldene Garben aus dem Stadtpark - Ernte

Drei Äcker mit den Urgetreidesorten Emmer, Einkorn und Dinkel wurden im Stadtpark Wieseckaue mit historischen Landmaschinen geerntet. Der Gießener Bioladen »Klatschmohn« hatte dort die Getreideäcker eingesät. Hier entwickelte sich über den Sommer eine Pflanzengemeinschaft, in der auch einige farbenfrohe Ackerwildkräuter wie Kornblume und Klatschmohn Akzente setzen. Letzterer ist nicht nur Namensgeber für den Gießener Bioladen, sondern auch Blume des Jahres 2017. Unterstützt wurde die Aktion vom Förderverein Garten-Stadt Gießen.

Bei der Ernte wurde der historische „Mammut“-Traktor der Firma Eicher eingesetzt, der mit seinen 15 PS den Mähbinder Peggy aus dem Jahre 1956 antrieb. Beide Maschinen wurden vom Verein der Landmaschinenfreunde Niederwalgern zur Verfügung gestellt und in Gang gesetzt. Der Mähbinder mäht das Getreide und bindet die Halme zu Garben, ohne sie zu knicken. Das so gebundene Langstroh wird dem archäologischen Freilichtmuseum »Zeiteninsel« bei Weimar-Argenstein zur Verfügung gestellt. Dort entsteht derzeit die erste Nachbildung eines frühsteinzeitlichen Langhauses, dessen Dach mit Stroh gedeckt wird. So dient die Urgetreide-Ernte der »Klatschmohn«-Stadtäcker letztlich den archäologischen Versuchen des Freilichtmuseums.

Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich dankte allen Beteiligten für die reibungslose Zusammenarbeit. Die Stadt habe die Fläche gern zur Verfügung gestellt, nicht nur zur Bereicherung des Stadtparks, sondern auch zur Umweltbildung und zum Erhalt der alten, wertvollen Getreidesorten.

 

Goldene Garben aus dem Stadtpark

Von links: Dr. Andreas Thiedmann vom Archäologischen Freiluftmuseum „Zeiteninsel“, Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Stellv. Gartenamtsleiter Ludwig Wiemer, „Klatschmohn“-Geschäftsführer Georg Rieck.