Botanischer Garten

Allmählich neigt sich unser Sommer zum Ende. Doch zumindest dieses Wochenende können wir noch in Ruhe ein paar Sonnenstrahlen erhaschen, bevor lange Hosen wieder den Kleiderschrank dominieren und langsam aber sicher der Semesteralltag einkehrt. Die Mitbewohner nerven, der Chef nörgelt oder man hetzt von Seminar zu Seminar. Jeder kennt diese Situationen, in denen man am liebsten alles liegen lassen möchte. Man sehnt sich danach einfach in Ruhe alle Viere von sich zu strecken. Und genau das machen wir jetzt! Kommt mit uns auf eine kleine Expedition in Gießens schönste Ruheoase. Und dafür geht's nicht aus der Stadt raus, sondern mittenrein!

Bevor sich der Botanische Garten Mitte Oktober wieder in die Winterzeit verabschiedet und für die Öffentlichkeit schließt, gehen wir ganz sicher noch das ein oder andere Mail auf Erholungstour ins Gärtchen und tanken letzte Sonnenstrahlen zwischen Baumkronen. Mit über 8000 Pflanzenarten aus aller Welt gibt es auch immer wieder Neues auf den Pfaden der "grünen Lunge Gießens" zu entdecken: skurrile Pflanzennamen, exotische Gewächse und Jahrzente-alte Liebesinitialien in Bäume geritzt. Augen offen halten!

Zu den ganz besonderen Attraktionen zählen außerdem die zwei Gewächshauskomplexe, die unter anderem ein Tropenhaus, ein Kakteenhaus, eine Medizinalpflanzenabteilung, einen Duft- und Tastgarten und eine Blumenuhr beherbergen. Zu seinem 400. Geburtstag 2009 beschenkten die Leiter Prof. Dr. habil. Volker Wissemann und Dipl. – Ing. Holger Laake den Botanischen Garten zudem mit einem Evolutionsdenkpfad „Denkmal an Darwin“. Dabei führt ein schmaler Sandweg durch hohe Gräser. Perfekt um alles Drumherum zu vergessen und abzuschalten! Doch ein bisschen denken ist erlaubt. Am Wegesrand trifft man in regelmäßigen Abständen auf kleine Tafeln, die zentrale Fragen des Lebens stellen. 2012 wurde dieses außergewöhnliche Projekt von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Und da gibt es noch einen anderen Titel, mit dem sich unser Botanischer Garten schmücken darf.  1609 von Landgraf Ludwig gegründet, ist es der älteste, universitäre, botanische Garten Europas, der sich noch am originalen Standort befindet. Zentral am Brandplatz gelegen dient der circa drei Hektar große Garten so heute maßgeblich, wie auch schon vor über 400 Jahren, seinem Ursprungszweck, der Lehre und Forschung.

Quasi als schöner Nebeneffekt bietet er eben auch den perfekten Ruhepol für die die gesamte Bevölkerung. Er lädt zum Lernen, Flanieren oder einfach zum Relaxen ein. Ob sonnig oder schattig - ein passendes Plätzchen findet sich immer. Jedes Jahr öffnet er vom 20. März bis zum 20. Oktober seine Pforten und lockt über 25 000 Besucher an, die, wie uns der technische Leiter Dipl.- Ing. Holger Laake im WTFG Schallwandler verrät, unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben den Studierenden und Schülern, die oft im Garten lernen, finden sich auch Radwandergruppen und Botanikfans ein, genauso wie Mittagspausler.

Also warum nicht mal wieder unter einem knapp 200 Jahre altem Ginkgo relaxen? Mitten in Gießen!

Öffnungszeiten des botanischen Gartens:
1.9.-30.9. 8:00-18:00 Uhr
1.10.-20.10. Mo.-Fr. 8:00-15:30Uhr, Sa.+So. 8:00-16:00Uhr