Zu jeder Zeit offen kommuniziert

Beteiligungsprozeß vor und während des Umbaus der Fußgängerzone

 

Große Veränderungen in der zentralen Innenstadt legen gerne mal die Nerven der Betroffenen blank – nicht so in Gießen. Die Beteiligungsstrukturen des Projektes waren von Anfang an ein integrierter Bestandteil der Gesamtmaßnahme. Schon während der Vorbereitung des Gestaltungswettbewerbes innerhalb der Verwaltung gab es frühzeitig Kontakte mit den vier BIDs. Diese wurden dann im Rahmen des Preisgerichtes aktiv eingebunden und haben die Entscheidung für das Konzept der Biebertaler Planungsgruppe mitgetragen. Die Lichtberater des BID-Selterwegs gaben in der Umsetzung entscheidende Hinweise zur Materialwahl, so dass dunkle Materialien entlang der Fassaden reduziert wurden.

Das Gestaltungskonzept wurde der Bürgerschaft in mehreren Informationsveranstal-tungen im Detail nähergebracht. Dabei dokumentierte die Verwaltung sorgfältig die Sorgen und Wünsche der Bürgerschaft. Kritik wurde sehr ernst genommen, wie z. B. die Reaktion der Bürger auf die geplante Beseitigung eines Wahrzeichens – dem Kugelbrunnen von Ruth Leibnitz. Die Stadt integrierte die Kugeln in das neue Konzept und verzichtete in der Innenstadt auf ein neues Wahrzeichen – einen Liebigbrunnen.

Sanierung Fußgängerzone - Sonnenstraße
Sanierung Fußgängerzone - Sonnenstraße

Im Rahmen der Umgestaltung wurde erstmals ein weitgehend geschlossenes taktiles Leitsystem umgesetzt. An stadträumlich wichtigen Orten wurden mit Betroffenen und der Deutschen Blindenstudienanstalt Marburg auch gestalterisch ansprechende Lösungen erarbeitet.

 

Gemeinsam entwickelte man Beteiligungsstrukturen für die Umsetzung, die von der reinen Information bis zur gemeinsamen Aktion reichten. Ein extra eingeführter Newsletter informierte via E-Mail über geplante Bautätigkeiten und Einschränkungen.

Direkt Betroffene wurden zusätzlich persönlich informiert, hatten aber auch wöchentliche Sprechstunden, an denen Sie ihre Befindlichkeiten frühzeitig vortragen konnten.

Sanierung Fußgängerzone - Baustelle
Sanierung Fußgängerzone - Baustelle

Darüber hinaus unternahmen Vertreter der Geschäftswelt und der Verwaltung intensive Anstrengungen, die Besucher der Stadt aktiv an die Hand zu nehmen, um die Baustelle zur Attraktion zu machen. Eine Gruppe bestehend aus BIDs, Gießen Marketing, Baubüro und Stadt konzipierte als AG Innenstadt kleine Feste, Infoflyer und Baustellenteppichaktionen.


Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt zu Teilen aus Städtebauförderungsmitteln und wurde mit Mitteln aus dem „Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)" kofinanziert.

Sanierung Schanzenstraße - Logos EU, Bund, Land