Schon vor dem Krieg arbeitete Irena in verschiedenen Abteilungen des Sozialamts Warschau. Nach der Besatzung Warschau im September 1939 setzte sie ihre Arbeit fort und benutzte sie, um Juden zu helfen. Zusammen mit ihren Kollegen vom Sozialamt fälschte sie hunderte Dokumente: anstelle der Namen von Sozialhilfe erhaltenden Juden trugen sie polnische Namen ein. Als das Warschauer Ghetto am 16. November 1940 zum Sperrgebiet erklärt wurde, besorgte Irena für sich und ihre Helferinnen Dienstausweise der Sanitätskolonne, zu deren Aufgabe die Bekämpfung ansteckender Krankheiten gehörte. Das ermöglichte ihr zusammen mit Helfern, ca. 2500 jüdische Kinder aus dem Ghetto zu schmuggeln, um sie in polnischen Familien, Klöstern und Waisenhäusern unterzubringen. Über Kontakte innerhalb des Wohlfahrtsministeriums erhielten die Kinder falsche Papiere. Auch katholische Pfarrämter halfen: sie besorgten falsche Geburtsurkunden. Ab Oktober 1942 verstärkten die Deutschen ihre Kontrolle. Weitere Hilfe über das Sozialamt war unmöglich geworden. Ab Dezember 1942 arbeitete Irena zusammen mit der Untergrundorganisation Żegota und übernahm dort die Leitung des Referats für Jugendkinderhilfe. So konnte sie weiter ihre Schützlinge finanziell unterstützen.[1]

Am 20. Oktober 1943 wurde Irena Sendler von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt. Unter Folter sollte sie die Namen und Verstecke der geretteten Kinder preisgeben, doch sie verriet nichts.[1] Żegota konnte Irena Sendler durch Zahlung von Bestechungsgeldern frei bekommen. Ein SS-Mann schlug sie auf dem Weg zu ihrer Hinrichtung nieder und ließ sie am Straßenrand liegen. Von ihrer offiziell vollzogenen Hinrichtung las sie in den Bekanntmachungen der Besatzer. Irena Sendler änderte daraufhin ihre Identität und lebte unter falschem Namen bis zum Ende des Krieges im Untergrund.[2]