Der Stadtverordnete Prof. Dr. Robert Sommer trat dafür ein, "das Lahnufer zu verschönern und am Viadukt der Main-Weser-Bahn in der Verlängerung der Ederstraße eine hölzerne Brücke über die Lahn zu führen". Er war der erste Initiator der Einbeziehung der Lahn in das Gießener Stadtbild, der Lahnuferverschönerung und dem Bau einer hölzernen Lahnbrücke im Bereich der heutigen Sudetenlandstraße und dies bereits 1914.

In seinem am 11.6.1914 unter dem Motto "Die Gewinnung der Lahn für die Stadt Gießen" gehaltenen Vortrag stellte Prof. Dr. Sommer fest, mit dem Bau eines großen Eisenbahndammes sei die Stadt von der Lahn wie durch eine hohe Mauer abgetrennt. Statt aber nutzlos über ein unvermeidliches Übel zu klagen, sollte versucht werden, nach Möglichkeiten zu suchen, die durch den Eisenbahndamm bedingten Schäden weitgehend zu beseitigen. Er schlug u. a. vor, "außer der vorhandenen großen Lahnbrücke an zwei Stellen und zwar einerseits im Süden, andererseits im Norden mit billigen Mitteln je einen Lahnübergang zu schaffen."

Die nördliche Brücke, so meinte der Stadtverordnete, solle "vom Ende der Ederstraße, da wo sie durch den Viadukt der Main-Weser-Bahn geht, unter Benutzung und Verbreiterung eines schon vorhandenen schmalen Fußweges quer durch die Lahngärten im rechten Winkel zur Lahn den Fluss zu gewinnen und ihn ... auf einer Holzbrücke ... überqueren."

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die angestellten Überlegungen zunächst verdrängt. Doch stellte Prof. Dr. Sommer im Jahre 1919 der Stadt unter dem Namen "Schenkung für Lahnübergänge" einen Betrag vom 1.000 Mark zur Verfügung.

Die Inflation bedeutete dann das endgültige Aus für die Verwirklichung der Lahnuferplanung

Da Dr. Sommer der Vater der nun zu bauenden Brücke ist, kann es keinen anderen Namensgeber geben.