Das Bundesforschungsprojekt REFINA - allgemeiner Hintergrund

Täglich wird in Deutschland eine Fläche von 115 ha für Siedlungen und Verkehr neu erschlossen. Im Jahr ist das eine Fläche fast doppelt so groß wie Frankfurt a. M.. Diese umfangreiche Versiegelung birgt vielfältige ökologische, aber auch sozialpolitische, ökonomische und städtebauliche Probleme und Risiken in sich. Der effiziente Umgang mit Grund und Boden ist Bestandteil der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat daher 2004 im Forschungsprogramm Nachhaltigkeit den Förderschwerpunkt REFINA gesetzt. REFINA steht für „Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges Flächenmanagement“. Im Rahmen von REFINA sollen regionalspezifisch innovative Konzepte entwickelt und erprobt werden, mit deren Hilfe unterschiedliche Ziele, wie wirtschaftliches Wachstum, Umwelt- und Naturschutz, aber auch sozialgerechte Wohnungsversorgung, städtebauliche Qualität und Mobilität besser vereinbart werden können.

 

REFINA in der Stadtregion Gießen-Wetzlar

In Kooperation mit sieben weiteren Verbundpartnern haben sich die Städte Gießen und Wetzlar als kommunale Arbeitsgemeinschaft hierfür beworben. Im Februar 2007 ging der Zuwendungsbescheid ein. Der interdisziplinäre Forschungsverbund bietet nun die Chance die Flächeninanspruchnahme in der Stadtregion unter ökonomischen, sozial-politischen und städtebaulichen Gesichtspunkten zu betrachten und praxisnahe Lösungen für eine nachhaltige Nutzung zu entwickeln. Bei der Strategieentwicklung werden die Herausforderungen der Zukunft berücksichtigt, wie z. B. der absehbare demographische Wandel der Gesellschaft.

Ortsrand

Ortsrand

    
Flächenrecycling: geplanter Technologie- und Gewerbepark Leihgesterner Weg

Innenentwicklung - geplanter Technologie- und Gewerbepark (Ausschnitt Nord)

 

Ergebnis 2010

Endprodukte des Forschungsprojektes in Gießen sind ein Vorschlag für eine Siedlungsflächenkonzeption und die Broschüre „Handlungsempfehlungen für Kommunen und das Land Hessen“.

Das Thema „Nachhaltiges Flächenmanagement“ wurde außerdem als eines der ersten Projekte zur Umsetzung der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie aufgegriffen.

Zum Projektbaustein „Interkommunale Zusammenarbeit“ hat sich Anfang 2011 eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Regierungspräsidiums Gießen konstituiert. Ziel ist eine gemeinsame digitale Immobilienbörse mit integriertem Beratungsangebot.
Weitere Informationen

 

Nähere Informationen über das Bundesforschungsprojekt erhalten Sie unter www.refina-info.de.

02.07.2007 
Quelle: Advantic GmbH