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Steuervergünstigung für denkmalgeschützte Objekte

Informationen:

Leistungsbeschreibung

Zur Erhaltung und Bewahrung schutzwürdiger Baudenkmale werden auf Antrag öffentliche Förderungen, Zuschüsse und Darlehen bewilligt. Neben dieser unmittelbaren Förderung dienen Steuererleichterungen als Ausgleich für die erheblichen Kosten, die das Denkmalschutzrecht den Eigentümern auferlegt.

Um die steuerlichen Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können, benötigen Sie eine spezielle Steuerbescheinigung, die dem Finanzamt vorzulegen ist. Diese Bescheinigung erhalten Sie auf Antrag von Ihrer zuständigen Denkmalbehörde (näheres hierzu unter „Welche Unterlagen werden benötigt?“).

Die Steuerbescheinigung wird von der zuständigen Denkmalbehörde nur für

  • Gebäude oder
  • Gebäudeteile ausgestellt,

an denen Baumaßnahmen durchgeführt werden, die nach Art und Umfang

  • zur Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder
  • zu einer sinnvollen Nutzung des Baudenkmals
    (d.h. die schützenswerte Substanz wird auf Dauer erhalten)

erforderlich sind.

In welcher Form Sie von der Steuervergünstigung profitieren, ist von der Nutzung des Baudenkmals sowie der Art des Aufwandes abhängig:

a. Nutzung zur Erzielung von Einkünften

Herstellungsaufwand

Erzielen Sie mit dem denkmalrechtlichen Objekt Einkünfte (z. B. Gewerbebetrieb, freier Beruf, Vermietung und Verpachtung), können Sie erhöhte Abschreibungen in der Einkommensteuererklärung geltend machen. In den ersten 8 Jahren können Sie jeweils bis zu 9 Prozent sowie in den folgenden 4 Jahren bis zu 7 Prozent des Herstellungsaufwandes – je nach Einkunftsart als Betriebsausgaben oder Werbungskosten – steuerlich absetzen (§ 7i Einkommensteuergesetz).

Erhaltungsaufwand

Für Erhaltungsaufwand besteht ein Wahlrecht (§ 11b Einkommensteuergesetz). Sie können den Erhaltungsaufwand

  • entweder auf 2 - 5 Jahre gleichmäßig verteilen
  • oder im Zahlungs- bzw. Entstehungsjahr in voller Höhe abziehen.

b. Nutzung zu eigenen Wohnzwecken

Herstellungsaufwand

Nutzen Sie das Baudenkmal nicht zur Erzielung von Einkünften, sondern zu eigenen Wohnzwecken, können Sie die Aufwendungen an dem eigenen Gebäude wie Sonderausgaben abziehen und im Jahr des Abschlusses der Baumaßnahmensowie sowie in den folgenden 9 Jahren jeweils bis zu 9 Prozent der Aufwendungen in der Einkommensteuererklärung geltend machen (§ 10 f Abs. 1 Einkommensteuergesetz).

Erhaltungsaufwand

Erhaltungsaufwand können Sie auf 10 Jahre verteilt, bis zu 9 Prozent jährlich wie Sonderausgaben abziehen (§ 10f Abs. 2 Einkommensteuergesetz).

Hinweis: Auf entsprechende Baumaßnahmen entfallende Anschaffungskosten können berücksichtigt werden, soweit diese nach dem Abschluss eines Kaufvertrages anfallen (Maßnahmen im Rahmen von Erwerbermodellen); nicht begünstigt ist jedoch der auf das vorhandene Gebäude entfallende Kaufpreis.

Bitte beachten Sie: Wurden öffentliche Zuschüsse gewährt, so sind diese den begünstigten Aufwendungen gegenzurechnen.


An wen muss ich mich wenden?

An Ihr Wohnsitz-Finanzamt (für die steuerliche Berücksichtigung der oben genannten Aufwendungen).

Dieses können Sie nachstehend ermitteln.


Welche Unterlagen werden benötigt?

Der Einkommensteuererklärung ist die Steuerbescheinigung von der nach Landesrecht zuständigen Behörde im Original beizufügen. In Hessen sind für die Erteilung der Steuerbescheinigung im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege die Unteren Denkmalschutzbehörden  bzw. die Städte Frankfurt am Main und Wiesbaden (jeweils für ihr Stadtgebiet)  zuständig.


Welche Gebühren fallen an?

Kosten

Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer entstehen keine besonderen Verfahrenskosten.

Die Bescheinigung der Unteren Denkmalschutzbehörden kann jedoch gebührenpflichtig sein.


Rechtsgrundlage
Typisierung

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