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04.02.2026

Ökologie der Geister - Auftaktveranstaltung am 6. Februar 026

ÖKOLOGIE DER GEISTER
#1 Geistersuche

Das Kunstprojekt Ökologie der Geister findet von Februar 2026 bis zum Sommer 2027 an verschiedenen Orten im Gießener Stadtraum statt. Initiiert und durchgeführt wird es als Kooperationsprojekt der KUNSTHALLE GIESSEN und des Instituts für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Sie sind herzlich zur ersten Auftaktveranstaltung am 6. Februar 2026, um 19 Uhr eingeladen:
zum Abendbrotkongress des Künstler*innenduos Ingke Günther und Jörg Wagner. In den kommenden Monaten werden zahlreiche weitere Veranstaltungen folgen. Unter verschiedenen thematischen Stichworten und an unterschiedlichsten Orten im Stadtraum werden Künstler*innen die Auseinandersetzung mit den „Geistern“ unserer Gesellschaft fortführen. Gemeint sind sowohl Geister im Sinne von Ahnen und Erinnerungen als auch Geister als Schreckgespenster unsicherer Zeiten.

Programm:

Abendbrotkongress von Ingke Günther & Jörg Wagner
Begrüßung:
Frank-Tilo Becher (Oberbürgermeister Stadt Gießen)
Florian Greiner (Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen)
Nadia Ismail (KUNSTHALLE GIESSEN)
Martin Schepers (Institut für Kunstpädagogik)
Tischreden: Kerstin Preiwuß (Universität Leipzig)
Markus Schroer (Universität Marburg) u.a.

Essen und Trinken sind frei – Spenden sind möglich.
Eine vorherige Anmeldung ist wegen begrenzter Platzzahl notwendig.

Ort: Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen, Meisenbornweg 27, 35398 Gießen
Zeit: 19 bis 21 Uhr

Projektteam:
Eske Fredrich, Dr. Nadia Ismail - KUNSTHALLE GIESSEN
Prof. Martin Schepers, Jörg Wagner, Prof. Ina Weise - Institut für Kunstpädagogik Gießen

Kontakt:
Eske Fredrich - 0641 306 2076
Jörg Wagner - 01718190246
info@oekologiedergeister.de
www.oekologiedergeister.de

Kurzkonzept zum Gesamtprojekt:

„Ökologie der Geister“ Das Verständnis eines Ortes bedeutet das Verständnis unserer Geschichte
Zeitraum des künstlerischen Projektes: 2026 bis 2027

Der Titel „Ökologie der Geister“ verbindet scheinbar Unvereinbares: Ökologie beschreibt die Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt und stellt grundlegende Fragen des Zusammenlebens – nach Abhängigkeiten, Verantwortung und Nachhaltigkeit. Die „Geister“ stehen sinnbildlich für das Unsichtbare, das Vergangene, das Verdrängte sowie das noch Ungeklärte. Bereits im Titel wird deutlich: Dieses Projekt will nicht dekorieren, sondern befragen. Es will nicht beruhigen, sondern aufmerksam machen.

„Ökologie der Geister“ – Kunstprojekt macht Gießener Stadtraum zur Bühne kultureller- demokratischer Auseinandersetzung

Mit dem zweijährigen Kunstprojekt „Ökologie der Geister“ (2026–2027) initiieren die Kunsthalle Giessen und das Institut für Kunstpädagogik ein umfassendes Vorhaben im öffentlichen Raum, das sich mit gesellschaftlichen Umbrüchen, demokratischen Werten, Nachhaltigkeit und den „Geistern“ von Geschichte und Gegenwart auseinandersetzt. International bekannte Künstler*innen entwickeln – auch in Zusammenarbeit mit der Gießener Stadtbevölkerung – temporäre künstlerische Interventionen an ausgewählten Orten der Stadt. Diese werden zu offenen Bühnen für Dialog, Teilhabe und individuelle Geschichten und laden Menschen aller Generationen ein, Stadt, Geschichte und Gemeinschaft neu wahrzunehmen.

Im Zentrum des Projekts steht die Idee, Raum für Pluralität, Unterschiedlichkeit und komplexe Perspektiven zu schaffen. Kunst wird dabei als langfristige Arbeit am Gemeinschaftssinn verstanden, die über ästhetische Erfahrungen hinaus nachhaltige soziale Beziehungen und neue Formen des Zusammenlebens anstößt. Nachhaltigkeit bedeutet im Projekt sowohl einen ressourcenschonenden Materialeinsatz im Sinne von Degrowth als auch eine dauerhafte Wirkung künstlerischer Prozesse im Stadtraum.

Gießen bietet als historisch geprägter Transitraum mit vielfältigen sozialen Realitäten ideale Voraussetzungen für das Projekt. An unterschiedlichen Orten werden gesellschaftlich relevante Themen mit künstlerischen Mitteln sichtbar gemacht und diskutiert, um dem Auseinanderdriften der Gesellschaft konstruktive, künstlerische Impulse entgegenzusetzen. Getragen wird „Ökologie der Geister“ von einem interdisziplinären Team, die sich zusammensetzt aus der Kunsthalle Giessen und des Instituts für Kunstpädagogik, das Kunst, Theorie, Pädagogik und innovative Vermittlungsformate verbindet und breite gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Tischreden:

Kerstin Preiwuß

Kerstin Preiwuß ist eine deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin, Romanautorin, Essayistin und Professorin für Literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig. Sie verbindet literarisches Schreiben mit ästhetischer Reflexion. In Lyrik, Prosa und Essays rückt sie die Sprache selbst ins Zentrum und untersucht ihre klanglichen, formalen und erkenntnistheoretischen Möglichkeiten. Ihre Texte sind stark verdichtet und auf Wahrnehmung, Denken und Existenz ausgerichtet. Als Professorin verknüpft sie künstlerische Praxis mit theoretischer Reflexion über Formen und Bedingungen von Literatur.

Markus Schroer

Markus Schroer ist Professor für Allgemeine Soziologie am Institut für Soziologie der Philipps-Universität Marburg. Seine Arbeit verbindet soziologische Theorie, Kultur- und Raumfragen, visuelle Aspekte, sowie zeitdiagnostische Analysen, um ein umfassenderes Verständnis gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse zu entwickeln.

Abendbrotkongress Ingke Günther und Jörg Wagner:

Als Künstler*innenpaar beschäftigen sich Ingke Günther und Jörg Wagner mit alltagskulturellen Phänomenen. Ihre Aktionen, Interventionen und bespielten Installationen umkreisen soziale, gesellschaftliche und kulinarische Handlungsräume. Themen aus dem alltäglichen Nahbereich – wie das Abendbrot, der Kiosk, der Friedhof oder die (Un)Gastlichkeit – werden kontextbezogen bearbeitet. Dabei steht häufig die Gestaltung von ortsspezifischen Situationen im Vordergrund, die ungewöhnliche Begegnungen provozieren und Menschen involvieren. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die performative Auseinandersetzung mit Speisenzubereitung und Verzehr. Der Kulturraum der Küche, die daran gebundenen Handlungen, ästhetischen Ausprägungen und Erinnerungen werden auf unterschiedliche Weise künstlerisch in den Blick genommen und geformt. Ihre jeweils eigenständigen bildnerischen Arbeiten fließen in die einzelnen Projekte mit ein, stehen aber auch als Werkreihen für sich.
https://guentherundwagner.de/aktion/projekt-2/

SAVE THE DATE

Tina Kohlmann. Mystic Muscles – Ausstellungseröffnung im Institut für Geisterforschung – aka Blumen Corso – Johannesstraße 22, 35390 Gießen am 13.2.2026 um 19 Uhr

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