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18.12.2018

Sonderausstellung im Alten Schloss verlängert

Altes Schloss
Altes Schloss

“Kunst und Leben. Gustav Bock und seine Kunststiftungen 1915 und 1917“ noch bis zum 27. Januar 2019 zu sehen

Die Sonderausstellung „Kunst und Leben. Gustav Bock und seine Kunststiftungen 1915 und 1917“ des Oberhessischen Museums wird auf Grund des großen Interesses bis Sonntag, 27. Januar 2019, verlängert. So bleibt über die Feiertage hinaus noch ausreichend Zeit für einen entspannten Ausstellungsrundgang.

Nach einer umfassenden wissenschaftlichen Aufarbeitung werden in der Sonderschau im Alten Schloss die Kunststiftungen Gustav Bocks (1857-1938) gezeigt. Der Gießener Zigarrenfabrikant zog 1887 nach Berlin, wo er in 30 Jahren eine umfangreiche Kunstsammlung zusammentrug. In den Jahren 1915 und 1917 stiftete er der Stadt Gießen über 100 Werke. Die Zeichnungen und Gemälde waren zunächst im Neuen Schloss öffentlich ausgestellt, bis sie 1933 von den Nationalsozialisten entfernt wurden.

In der Schau werden alle 81 noch erhaltenen Werke präsentiert. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Gemälde und Zeichnungen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie stammen von Künstlern der innovativsten Künstlergruppen dieser Zeit. Dazu gehört die Berliner Secession mit Karl Hagemeister, Walter Leistikow, Max Liebermann und Franz Skarbina. Ferner die Münchner Secession mit Hugo von Habermann und Gotthardt Kuehl. Aber auch Einzelwerke der Malerfürsten Franz von Stuck und Franz von Lenbach sind zu sehen. Die in öffentlichen Sammlungen selten ausgestellten Künstler Melchior Lechter und Hanns Pellar sind mit insgesamt elf Werken prominent vertreten.

2013 begann der Kunsthistoriker Dr. Andreas Ay mit der erstmaligen wissenschaftlichen Aufarbeitung der Kunstsammlung und stieß bei den aufwendigen Recherchen in renommierten Institutionen wie dem Getty Research Institute Los Angeles oder der Österreichischen Nationalbibliothek auf Spuren des Gießener Zigarrenfabrikanten. Ebenso hat er die Genese der Kunststiftung recherchiert und darüber hinaus die Geschichte der jüdischen Familie Bock erforscht, die in der Zeit des Nationalsozialismus großen Repressalien ausgesetzt war.

Dem Titel „Kunst und Leben“ (das ästhetische Leitmotiv der Zeit um 1900) folgend, ist die Ausstellung in zwei Teile gegliedert. Im ersten Obergeschoss wird die Kunstsammlung präsentiert, für die farbige Kabinette gebaut wurden. In der Abfolge der Räume wird die Vielgestaltigkeit der Kunst des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in den Kunstmetropolen München und Berlin aber auch in den Kunstzentren Karlsruhe, Weimar und Darmstadt eindrucksvoll deutlich. Im Ausstellungssaal im Erdgeschoss werden die Biografie Gustav Bocks und die Geschichte der Kunststiftungen anhand zahlreicher Bilder und Dokumente dargestellt. In einer Medienstation ist die Stimme Helmuth Bocks, Sohn des Stifters, zu hören.

 

Oberhessisches Museum, Altes Schloss, Brandplatz 2, 35390 Gießen
Dienstag bis Sonntag 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Eintritt frei

 

 

Oberhessisches Museum

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