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Dr. Gerold Kreuter (4. v. l.) überreicht im Kreise der TIG-Gesellschafter die Urkunde an TIG-Geschäftsführerin Antje Bienert (2. v. l.) © TIG
Dr. Gerold Kreuter (4. v. l.) überreicht im Kreise der TIG-Gesellschafter die Urkunde an TIG-Geschäftsführerin Antje Bienert (2. v. l.) © TIG
Bundesverband verleiht Qualitätsprädikat an Gießener Einrichtung

Bundesweit gibt es rund 300 Technologie-, Innovations- und Gründerzentren, gestaffelt vom mehr als 100.000 m² großen High-Tech-Park über themenspezifische Einrichtungen wie Bioparks oder Kreativwirtschafts-Zentren bis hin zu Gründerzentren ohne besonderen Fokus, die inzwischen – gerade im ländlichen Raum – zum Teil schon gar nicht mehr mit eigenen Räumen, sondern virtuell tätig sind. In dieser heterogenen Zentrenlandschaft werden Begriffe wie Innovations-, Technologie – und Gründerzentrum relativ willkürlich verwendet, oft intransparent für die jeweiligen Zielgruppen.

Der BVIZ Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren e. V., ein Zusammenschluss von ca. der Hälfte dieser Einrichtungen, hat sich in diesem Kontext die Verbesserung der Transparenz zur Aufgabe gemacht und Standards entwickelt, die ein Zentrum erfüllen sollte, um sich Innovationszentrum nennen zu dürfen.

Diese Standards stellte BVIZ-Vizepräsident Dr. Gerold Kreuter (Kassel) jetzt bei der Gesellschafterversammlung des TIG (Technologie- und Innovationszentrum Gießen) vor, das den Zertifizierungsprozess jüngst erfolgreich durchlaufen hat und nunmehr für 5 Jahre den Titel eines „anerkannten Innovationszentrums“ führt.

Beispielsweise wird anhand eines dezidierten Punktesystems ermittelt, ob wesentliche Zielstellungen eines Innovationszentrums verbindlich in der Gesellschaft verankert sind, ob das Zentrumsmanagement die entscheidenden Dienstleistungen für Existenzgründer und Jungunternehmer erbringt, ob überwiegend junge, technologieorientierte Firmen und Existenzgründer aufgenommen und betreut werden, ob sich der Firmen-Mix zeitlich und / oder technologisch erneuert und ob das zu prüfende Zentrum in der Region wirksam ist d. h. positive Effekte auf die Region hat.

Zudem fließt in die Bewertung ein, inwieweit das Zentrum sich (selbst oder per Kooperation mit kompetenten Partnern oder Netzwerken) Kernthemen wie dem Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft oder der regionalen, technologieorientierten Wirtschaftsförderung widmet. Und es wird hinterfragt, ob das Zusammenspiel von Gewinnerzielungsabsicht und wirtschaftsfördernder Tätigkeit angemessen ist und ob ggf. erwirtschaftete Überschüsse in der Gesellschaft verbleiben und dem weiteren Ausbau des Angebots zugunsten der ansässigen Firmen dienen.

Diese und weitere Faktoren werden vorab erhoben und dann in einem Vor-Ort-Termin der Auditoren überprüft. Erst dann erfolgt die Verleihung des Prädikats mit der entsprechenden Urkunde. Dr. Gerold Kreuter konnte den TIG-Gesellschaftern im Rahmen der Verleihung viel Positives über das Technologie- und Innovationszentrum Gießen berichten. So lobte er unter anderem das vielfältige Angebot des TIG für Unternehmen und Existenzgründer, die ausgesprochen gute Vernetzung in der Region und den hohen Technologieanteil von 60 % der ansässigen Firmen. „Die erfolgreiche Arbeit wird von der Zielgruppe honoriert und manifestiert sich nicht zuletzt in stabil hohen Auslastungsquoten und damit in einer stabilen wirtschaftlichen Situation. Viele Zentren in Deutschland wären sehr froh, wenn sie die Auslastungsquoten des TIG von 98 % und mehr hätten“, so Dr. Kreuter. Optimiert werden könne aber immer, und so hätten die Auditoren dem TIG geraten, die spezifische Beratung für die im Zentrum ansässigen Unternehmen trotz der guten Vernetzung mit den regionalen Beratungsinstitutionen noch weiter auszubauen, so Kreuter. Laut Geschäftsführerin Antje Bienert wird diesbezüglich schon an weiteren Angeboten gearbeitet.

Geschäftsführerin und Gesellschafter freuen sich über die Auszeichnung als Anerkennung der Qualität der im TIG geleisteten Arbeit. Stadträtin Astrid Eibelshäuser (2. v. r.), Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, begrüßt es sehr, dass die gute Qualität des TIG mit den Gesellschaftern Stadt Gießen, Landkreis Gießen, IHK Gießen-Friedberg, Volksbank Mittelhessen, Sparkasse Gießen und der Schunk GmbH nun auch von neutraler Seite bestätigt wird. „Benchmarking ist immer wichtig, nur so kann man dauerhaft vorne mitspielen“, so Eibelshäuser. Und Geschäftsführerin Antje Bienert ergänzt: „Der enge Austausch mit anderen erfolgreichen Zentren in Deutschland wird uns dabei helfen, die Standards dauerhaft zu halten und uns weiterhin auf gesellschaftliche Veränderungen und Veränderungen des Marktes flexibel einzustellen.“

 

30.11.2015 
Quelle: Technologie- und Innovationszentrum Gießen GmbH (TIG) 

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