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Großvater und Enkel
Großvater und Enkel

Pflegegerechte Personalpolitik in Unternehmen

Frau M. ist ganztags berufstätig. Sie ist Ende fünfzig, verheiratet und die beiden Kinder sind aus dem „Gröbsten“ heraus. Sie wohnt im Nachbarort ihrer hochbetagten Eltern. Ihre Mutter hat Pflegestufe 1 und leidet an einer Demenz, der Vater ist geistig noch rege, aber körperlich lassen die Kräfte langsam nach. Frau M. steht kurz nach fünf Uhr auf, um vor der Arbeit zu den Eltern zu fahren. Sie macht das Frühstück, unterstützt die Mutter beim Waschen und Ankleiden, bereitet die Mahlzeiten für die Zeit ihrer Abwesenheit vor und bespricht mit dem Vater den Tagesablauf. Abends kümmert sie sich um den Haushalt, Schriftverkehr und vieles mehr. Aber auch nachts kommt sie oft nicht zu Ruhe. Ist die Mutter unruhig, ruft ihr Vater sie an und fragt nach Rat. Und in der wenigen Freizeit erledigt sie Einkäufe und begleitet die Mutter zu Arztbesuchen. Für ihren eigenen Haushalt hat sie nur am Wochenende Zeit.
Wie lange wird das gutgehen?

Die Bevölkerungspyramide in Deutschland steht auf dem Kopf: Einer immer älter werdenden Generation stehen immer weniger Beschäftigte gegenüber. Daneben fordert der wachsende Pflegebedarf alter und hochbetagter Menschen zum Handeln auf.
Viele Beschäftigte kümmern sich bereits heute um ihre hilfe- und pflegebedürftigen Familienmitglieder. In der Zukunft wird deren Anteil noch drastisch steigen, denn als pflegende Angehörige sind sie ein unverzichtbarer Pfeiler in der Versorgung ihrer Eltern – so die Aussagen der Politik.

Berufstätigkeit und familiäre Pflege unter einen Hut zu bekommen, ist keine leichte Aufgabe. Ist die Belastung zu groß, kann es im Betrieb zu Leistungseinschränkungen und krankheitsbedingten Fehlzeiten bis hin zur Kündigung kommen.

Um qualifizierte, motivierte und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu halten, müssen sich Unternehmen diesen Herausforderungen stellen. Mit einer pflegegerechten Personalpolitik unterstützen Unternehmen ihre Beschäftigten und erhalten damit ihre Leistungsfähigkeit und Motivation. Aufgeklärte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen die Anforderungen im beruflichen und familiären Bereich in Einklang und beugen damit einer Überforderung vor.

Die Beratungs-und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in der Stadt und im Landkreis Gießen (Abk.: BeKo, www.beko-giessen.de) bietet ab September 2015 eine Schulung für Beschäftigte an. In einem ersten Schritt werden in 4 Schulungsterminen Inhalte vermittelt zu ersten Maßnahmen, wenn Pflege plötzlich auftritt, zu den Leistungen der Pflegeversicherung, Entlastungmöglichkeiten für pflegende Angehörige, Vorsorgemaßnahmen durch Vollmacht und Verfügung sowie Tipps zur Bewältigung des Pflegealltags.
Darüber hinaus präsentiert die BeKo in den Unternehmen kostenfrei aktuelle Daten, zu erwartende gesellschaftliche Entwicklungen sowie Lösungsansätze für Unternehmen.

Bei Interesse wenden Sie sich an: BeKo, Andrea Kramer, Kleine Mühlgasse 8, 35390 Gießen. Tel.: 0641 9790090, Email: seniorenberatung.kramer@beko-giessen.de oder über www.beko-giessen.de.

Flyer (PDF, 258 KB)
Schulungsprogramm (PDF, 50 KB)

 

07.07.2015 
Quelle: BeKo 

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