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Hin und weg_ Kleidertauschbild
Hin und weg_ Kleidertauschbild

Jeder kennt das Gefühl, dass der eigene Kleiderschrank überquillt, man doch nie das richtige zum Anziehen findet und sich nach Abwechslung sehnt. Aber einfach immer neue Sachen kaufen und alte Kleidung wegschmeißen? Warum nicht einfach tauschen? Das kostet nichts, so das Motto von der Lokale Agenda 21-Gruppe «Textilbündnis Gießen« organisierten Kleidertauschparty. Der Ansturm der Bürger zeigte großes Interesse an der Aktion. Die Kleidertausch-Party im Dachsaal des DGB-Hauses platzte aus allen Nähten. Die Chance zu tauschen wurde ausgiebig genutzt. Alle, die an der Aktion teilgenommen haben, gehen mit neuen Lieblingsstücken nach Hause. Schon vor 13 Uhr bildeten sich Schlangen im Eingang zur Abgabe der Kleider, die mit der Ausgabe von Nüssen als Tauschwährung quittiert wurden. Getauscht wurde Frauen- und Männerkleidung. Jeder konnte bis zu vier Kleidungsstücke mitbringen. Dann ging das Sortieren nach Röcken, Kleidern, T-Shirts, Blazer, Pullover, Strickjacken, Schuhen und Schals los. Alles wurde mit einem Baumwollfaden markiert. Ab 15 Uhr konnten dann alle ihre Nüsse gegen neue Kleidung tauschen. Bis 18 Uhr war reger Andrang und die Kleiderständer leerten sich zusehends. Übrig gebliebene Kleidung wurde zu guter letzt als Spende an die Jugendwerkstatt Gießen zusammengepackt. Alle waren begeistert dabei. Ohne die tatkräftige Unterstützung von Helferinnen und Helfern der „Free School Gießen“ und des Café Amélie wäre es nicht möglich gewesen. Weitere Aktionen sind schon angedacht.

 Was hat Kleidertausch mit dem Thema „Müll“ zu tun?

Greenpeace veröffentlichte Statistiken zu unserem Kleidungskonsum, die nachdenklich macht. Wir kaufen jedes Jahr durchschnittlich 11 bis 15 Kilogramm Kleidung. Mit anderen Textilien kommen wir auf 28 Kilogramm; elfmal mehr als in den 80er Jahren. Es werden in Deutschland jährlich rund 1,5 Milliarden Kleidungsstücke aussortiert - die meisten landen im Müll. Der Mode-Konsum wird immer mehr vom eigentlichen Bedarf abgekoppelt. Ständig neue, günstige Kleidung zu kaufen, bleibt nicht ohne soziale und ökologische Konsequenzen. Wer regelmäßig Neues kaufen will, gibt in der Regel nicht viel Geld aus. Das hat für die Näherinnen in Billiglohnländern wie China, Indien oder Bangladesch auch Folgen. Die Nachrichten in den Medien von verheerenden Fabrikbränden in den letzten Jahren zeigen deutlich die prekären Umstände in der Textilindustrie.

 

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