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Gas-Umstellung: SWG muss Anschlüsse sperren

Unangenehm, aber unvermeidbar

Die Zeit drängt. Wie schon vor fast zwei Jahren erstmals angekündigt, stellt Open Grid Europe, der vorgelagerte Gasnetzbetreiber, am Morgen des 3. März 2020 in weiten Teilen Gießens sowie in Heuchelheim und Lahnau seine Lieferung von L- auf H-Gas um. Um die hier angeschlossenen Gasgeräte auf den künftig höheren Energiegehalt des neuen Brennstoffs anzupassen, arbeiten rund 40 Monteure der hierzu beauftragten Installationsunternehmen unter Hochdruck und liegen dabei gut im Plan. Trotzdem kämpfen sie mit einem echten Problem: Einige Kunden mit Gasgeräten reagieren nicht auf die verschiedenen Anschreiben. Sogar die mehrfachen telefonischen Versuche beziehungsweise die persönlichen Kontaktaufnahmen vor Ort schlugen zum Teil fehl. Genau das zwingt die Mittelhessen Netz GmbH (MIT.N) jetzt zu einer sehr unpopulären Maßnahme: Am 17. Februar beginnt der Netzbetreiber aus der Lahnstraße voraussichtlich damit, die Gaszufuhr bei betroffenen Anschlüssen zu sperren. „Uns bleibt hier keine andere Wahl. Das Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet uns zu diesem Schritt“, erklärt Rüdiger Schwarz, Geschäftsführer der MIT.N. Denn tatsächlich ist in diesen Fällen Gefahr in Verzug.

Im Vorfeld alle Register gezogen

Selbstverständlich hat die MIT.N im Vorfeld alles Erdenkliche unternommen, um die auf den ersten Blick restriktiv erscheinende Aktion zu vermeiden. So erhielten all jene, deren Geräte sich nach der Erhebung als nicht anpassbar erwiesen, so schnell wie möglich einen Brief, in dem das Unternehmen die Situation erklärte und zum Handeln aufforderte. Zahlreiche Telefonate folgten in den Fällen, wo der Kunde nicht auf die Anschreiben reagiert hatte. Mittlerweile sind diese Kunden persönlich aufgesucht worden, um ihnen die Dringlichkeit der Situation sogar vor Augen zu führen. Überall dort, wo niemand anzutreffen war, wurde ein roter Aufkleber an der Haustür angebracht, der eine mögliche Sperrung ankündigte. Leider haben diese vielen Anstrengungen nicht immer zu dem erhofften Erfolg geführt, und die MIT.N wartet bis heute auf die entsprechende Rückmeldung von einigen Betroffenen. Zu manchen Anlagen blieb den Monteuren überdies bislang der Zugang gänzlich verwehrt. Hier steht also noch gar nicht fest, ob die Geräte weiterarbeiten können oder nicht.
Bei beiden Optionen wäre ein Weiterbetrieb mit einem hohen Risiko verbunden – unter extremsten Umständen sogar einem für Leib und Leben. Denn im schlimmsten Fall kann bei einigen nicht umgerüsteten Geräten giftiges Kohlenmonoxid entstehen, wenn H-Gas statt des gewohnten L-Gases in die Brennkammer einströmt. Vor diesem Hintergrund wird schnell klar, dass an einer Sperrung der Gaszufuhr kein Weg vorbeiführt.
Aus einer sehr sorgfältigen Risikobewertung ergibt sich letztlich die Reihenfolge der Sperrungen. „Wir fangen mit den Anschlüssen an, bei denen wir vom größten Gefahrenpotenzial ausgehen müssen oder für die uns noch keine Informationen vorliegen“, führt Rüdiger Schwarz weiter aus.
Wichtig zu wissen: Die MIT.N muss alles unternehmen, um Gefahr abzuwenden. Wenn der Zugang verwehrt bleibt und keine Absperreinrichtung in der Hausanschlussleitung eingebaut ist, kann das richtig teuer werden. Denn dann muss die MIT.N die Straße aufgraben lassen, um die Gaszufuhr unterbrechen zu können. Die dabei entstehenden Kosten gehen schnell in den vierstelligen Bereich und werden den Eigentümern oder den Gerätenutzern in Rechnung gestellt. Bei den noch nicht erhobenen Geräten – also denen, die noch keinen gelben Aufkleber haben – bestehen realistische Chancen, die Sperrung zu vermeiden. Einfach indem die Betreiber in Kontakt mit der MIT.N treten. Fakt ist nämlich: Etwa ein Drittel der Gasgeräte lässt sich noch etwa sechs bis acht Wochen nach dem eigentlichen Schalttermin an H-Gas anpassen. „Versprechen kann ich aber nichts. Die jeweiligen Hersteller schreiben den Termin für die Umrüstung vor und wir müssen uns strikt daran halten“, gibt Rüdiger Schwarz zu bedenken.

Weite Teile Deutschlands

Die Umstellung von L- auf H-Gas beschränkt sich nicht auf die Region Mittelhessen. Bundesweit betrifft sie rund 4,5 Millionen Kunden und 150 regionale Gasnetzbetreiber. Auslöser für das Projekt sind die zur Neige gehenden L-Gas-Vorkommen in den Niederlanden und in Deutschland, die bis 2030 erschöpft sein werden. Die entstehende Versorgungslücke lässt sich spielend mit Erdgas aus anderen Förderländern schließen. Aber eben um den Preis, die Teile des Gasnetzes, durch die viele Jahre L-Gas strömte, sukzessive auf H-Gas umzustellen. Alle angeschlossenen Geräte inklusive.
Wann welche Region mit der Umstellung an der Reihe ist, hat die Bundesnetzagentur zusammen mit den Ferngasnetzbetreibern festgelegt. Als Faustregel gilt, von Norden nach Süden – allerdings mit einigen Ausnahmen. So haben Marburg und Staufenberg die Umstellung bereits erfolgreich hinter sich. Diese klare Abfolge der Umstelltermine ergibt sich aus dem Leitungsverlauf und ist technisch zwingend. Denn L- und H-Gas müssen strikt voneinander getrennt bleiben. Das erfordert eine physikalische Abtrennung. Und die lässt sich nur dann bewerkstelligen, wenn der vorgelagerte Netzbetreiber seine Hauptleitung aus einer Richtung – in diesem Fall von Süden her – mit H-Gas befüllt. Schieber für Schieber, von Regionalnetz zu Regionalnetz.

Bitte um weitere Mithilfe

Die MIT.N bittet alle, die eine Erdgasrechnung erhalten, auch in einem weiteren Punkt um Mithilfe. Denn das Unternehmen braucht die aktuellen Zählerstände, um die korrekte Abrechnung zu gewährleisten. Folgerichtig bekommen alle Kundinnen und Kunden in den nächsten Wochen ein spezielles Anschreiben, das über den Zeitpunkt der Ablesung informiert und die verschiedenen Möglichkeiten der Zählerstandsübermittlung aufzeigt.

Kontakt und weitere Infos

Erdgasbüro der Mittelhessen Netz GmbH,
Lahnstraße 31, 35398 Gießen

Telefon: 0641 708-1617
E-Mail: egu@mit-n.de

www.mit-n.de/erdgasumstellung

 

12.02.2020 
Quelle: Stadtwerke Gießen AG 

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