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Der Weg in den Tod

Von Januar bis März 1941 wurden aufgrund der Aktenlage 265 Menschen aus Gießen zur Ermordung nach Hadamar gebracht, darunter auch Anna Marie Markel. Auf dem Weg nach Hadamar wurden diese Menschen zuerst in die Landesheilanstalt nach Weilmünster im Taunus gebracht und blieben dort einige Zeit. Warum? Solche Umwege waren üblich, zum Teil, weil die Tötungsanstalten gerade überlastet waren, zum Teil, um Besucher, die ihre Angehörigen besuchen wollten, sie eventuell auch nach Hause holen wollten, in die Irre zu führen. Der Weg in den Tod sollte vertuscht werden.

Ein Bus, dessen Scheiben mir Ruß zugeschmiert waren, brachte Frau Markel und andere Patienten am 20. März 1941 von Weilmünster nach Hadamar, eine von sechs Tötungsanstalten. Die Menschen, die den Bus durch Hadamar fahren sahen, ahnten, was passieren würde und wandten sich ab.

In einem Schuppen wurde Anna Marie Markel noch einmal kurz begutachtet. Ihr wurden die Kleider genommen und sie wurde zusammen mit anderen in die Gaskeller gebracht. Welche Angst, welche Verzweiflung, welches Grauen sie empfunden haben, können wir Lebenden uns heute nicht vorstellen.

Die Angehörigen erhielten eine Nachricht über Anne Maries Tod, der mit einer fiktiven Krankheit erklärt wurde. Solche Nachrichten mit falschen Todesangaben und -daten waren damals üblich, um Angehörige zu täuschen und eventuelle Nachforschungen zu verhindern. Im Kirchenbuch Kleinlindens ist der 1. April 1941 als "offizielles" Todesdatum eingetragen.

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