Rathaus

Seiteninhalt

Berta Hildegard Goldschmidt

Berta Hildegard Goldschmidt wurde am 15. Januar 1927 in Gießen geboren. Auch sie wurde im Zuge der Deportationswelle im September 1942 nach Treblinka deportiert. Ihr Vater Nathan Goldschmidt war Teilnehmer am 1. Weltkrieg und trug eine Kriegsverletzung davon. Er übte verschiedene Tätigkeiten aus, unter anderem war er Händler und Vertreter bei Fa. Theisebach. Es findet sich aber auch die Berufsbezeichnung „ Fensterputzer“. Zunächst wohnte die Familie in der Kaplansgasse 14 und ab März 1933 in der Bahnhofstraße 58.

Ruths Mutter verstarb im September 1933. Ihr Vater heiratete im Januar 1934 Lina Stern, vermutlich die Schwester seiner verstorbenen Frau.

Sowohl er wie auch Hildegards Stiefmutter starben ebenso wie Hildegard an den Folgen dieser Deportation.

Hildegard hatte zwei Schwestern, Ruth Regina und Helene. Letztere konnte zwar rechtzeitig (1937) zunächst nach Schweden auswandern, fand aber dennoch im Ghetto Piaski den Tod. Ruth Regina fiel ebenso wie Hildegard der Deportation nach Treblinka zum Opfer.

1942 musste die Familie dann in die Liebigstraße 37, ein jüdisches Ghettohaus, umziehen. Hildegards Onkel Daniel fasste 1946 in einem Brief die Situation mit den Worten zusammen: „Bevor Nathan deportiert wurde, putzte er Fenster, um Geld zu verdienen und lebte mit mehreren jüdischen Familien zusammen und sah schrecklich aus. Seine Kinder (also auch Hildegard – Anm. d. Verf.) hatten vor nach England zu gehen, schafften es aber nicht, weil der Krieg schon begonnen hatte.

Im Klassenbuch findet sich zu Hildegard der Hinweis: „Am 24.03. entlassen.“

Auch für Hildegard war es praktisch unmöglich, nach ihrer Ausweisung aus der Schule einen ordentlichen Beruf zu erlernen. So findet sich auch zur ihrer Person in den Unterlagen die Berufsbezeichnung „Hilfsarbeiterin“.

Seite drucken:

Seite empfehlen:

Newsletter

Bestellen Sie sich hier den Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Die Stadtverwaltung ist wieder für alle Services geöffnet

Es gibt aber einige Vorkehrungen und meist ist noch eine vorherige Terminabsprache nötig.

Weitere Infos und Kontakte der Verwaltung

Corona-Meldungen im Überblick


Startseite giessen.de