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Friedrich "Fritz" Keßler

Friedrich Keßler wurde als 5. Kind der Eheleute Moses und Lina Keßler, geb. Rothschild, in Gießen geboren. Friedrich (Fritz) hatte insgesamt 8 Geschwister, 5 Brüder und 3 Schwestern. Der Vater Moses war von Beruf Pferdemetzger und Wirt. Die Familie war im Sommer 1886 aus Siegen zugezogen und lebte im Neuenweg 33.

Friedrich erlernte den Beruf des Metzgers und übernahm später das Geschäft der Eltern, die Pferdemetzgerei und die Gaststätte „Zum Weissen Ross“.

Am 25.05.1914 heiratete er Friederike Königsthal aus Carlshafen, Kreis Hofgeismar, die Schwägerin seines ältesten Bruders.

Aus der Ehe ging der Sohn Alwin, geboren am 18.04.1915, hervor. Dieser folgte der Familientradition und erlernte wie Großvater und Vater den Beruf des Metzgers ab 1930 in Weidenhausen. Er ging 1934 nach Köln und emigrierte im Frühjahr 1938 in die USA.

In der Zeit vom 03.11.41 bis 08.09.1942 war Friedrich Keßler als Tiefbauarbeiter zur Zwangsarbeit bei einer Gießener Baufirma verpflichtet.

Friederich Keßler musste mit seiner Frau Friederike und den beiden Nichten Recha und Frieda nicht in ein Ghettohaus umziehen, sie konnten bis zur Deportation in ihrem Haus im Neuenweg wohnen bleiben.

Am 14.09.1942 wurde er mit seiner Frau, den beiden Nichten und vielen anderen jüdischen Bürgern in die Goetheschule gebracht und am 16.09.1942 vom Güterbahnhof aus nach Darmstadt deportiert. Laut Deportationsliste in den Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Band 85 wurde er am 30.09.1942 nach Polen deportiert, vermutlich nach Treblinka und dort ermordet.

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