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Leo Salomon

Leo Salomon wurde am 04.12.1881 als Sohn von Ruben und Minna Salomon, geborene Oppenheimer, in Wetzlar geboren. Leo Salomon war Teilnehmer am Ersten Weltkrieg in einem Infanterieregiment. Er wurde im April 1918 mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Leo Salomon war Kaufmann. Er heiratete im November 1920 Lina Hertz in Ettelbrück/Luxemburg. Das Paar zog zunächst nach Köln und kam im Mai 1921 nach Gießen. Leo Hertz war Mitinhaber der Firma Soon und Hertz, einer gut gehenden Mineralgroßhandlung, in der Walltorstraße.

 „Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich dies zusehends aufgrund der auch diese Firma treffenden Boykottmaßnahmen gegen jüdische Unternehmer. Das Regierungspräsidium Darmstadt stellte im Jahr 1960 rückblickend fest: „Wegen der sich immer mehr verstärkenden wirtschaftlichen Knebelung jüdischer Unternehmen schied Herr Leo Salomon am 16.7.1937 aus der Gesellschaft aus“. Verschiedene schikanöse Maßnahmen waren dem vorausgegangen. Als Jude wurde Leo Salomon zu „Sondersteuerabgaben“ herangezogen und er musste eine „Judenvermögensabgabe“ zahlen. All dies beraubte die Familie in Gießen ihrer wirtschaftlichen Grundlage. Außerdem stellte die Rückerstattungsbehörde fest, dass einige Grundstücke, die im Besitz der ursprünglich recht wohlhabenden Familie waren, „auf das Deutsche Reich übergegangen (sind), ohne daß hierfür ein Kaufpreis bezahlt wurde“1.

Am 10.03.1938 formulierte die Geheime Staatspolizei, Staatspolizeistelle in Darmstadt:

„Gegen den jüdischen Emigranten und deutschen Reichsangehörigen Leo Salomon beantrage ich die Einleitung eines Verfahrens zur Aberkennung der deutschen Reichszugehörigkeit gem. §2 des Gesetzes vom 14.07.1933, mit der Bitte, dasselbe auch auf seine Ehefrau und seine Kinder zu erstrecken.

Salomon war Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Gießen vom 1.1.1925 bis Auflösung unter der No. 872444.“2

 „Am 3.5.1937 wurde ihm wegen staatsfeindlicher Äußerungen eine Warnung erteilt. Ein gegen ihn eingeleitetes Verfahren wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz wurde am 3.6.1937 eingestellt, weil sich der Tatbestand nicht mehr einwandfrei rekonstruieren ließ. Sonst ist über Salomon und seine Ehefrau, die vor seiner am 11.9.1937 erfolgten Auswanderung mit im gemeinsamen Haushalt geführt hat, in krimineller und steuerlicher Hinsicht nichts Nachteiliges bekannt geworden. Salomon besitzt im Übrigen noch Grundstücke in den Gemarkungen Oberlemp (Kr. Wetzlar) und Altenbuseck…“3

Am 08.07.1938 meldete das Auswärtige Amt in Berlin, dass „die Voraussetzungen für die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit gegeben“3 sind und stimmte der Ausbürgerung der Familie Salomon zu.

Nach der Flucht im September 1937 lebte die Familie in Ettelbrück/Luxemburg, der Heimatstadt der Mutter. Die Flucht brachte der Familie aber nicht mehr als eine Atempause. 1940 fielen deutsche Truppen in Luxemburg ein, und so wurden die Salomons wiederum Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung.

Die Familie wurde am 10.04.1943 über Dortmund nach Theresienstadt deportiert. Es liegt eine auf den 06.09.1943 datierte und mit „Arbeitseinsatz“ überschriebene Liste aus dem Konzentrationslager vor. Darauf finden sich Leo, Lina und Margot Salomon. Leo Salomon wurde als „Arbeiter“ eingesetzt. Bei seiner Frau Lina und Tochter Margot ist der Vermerk „Haushalt“. “Salomon, Sonja Arbeiterin 18.07.1886” ist vermutlich die Tochter, das Geburtsjahr wahrscheinlich ein Tippfehler.

Informationen aus der Gedenkstätte Auschwitz zufolge sind die Eltern mit den beiden Töchtern „auf der Transportliste Dl-Dm vom 06.09.1943 der aus dem Ghetto Theresienstadt nach dem KL (Konzentrationslager) Auschwitz deportierten Juden verzeichnet“. In Auschwitz angelangt wurde die gesamte Familie ermordet. Leo, Lina, Margot und Sonja Salomon wurden nach dem Krieg vom Amtsgericht Gießen für tot erklärt. Als Todeszeitpunkt wurde der 08.05.1945 festgesetzt.

 

Quellen
1Ebertz, Doris und Walter; Die jüdische Familien in Wetzlar, Wetzlarer Geschichtsverein, S. 358
2Ebertz, Doris und Walter; Die jüdische Familien in Wetzlar, Wetzlarer Geschichtsverein, S. 359
3Ebertz, Doris und Walter; Die jüdische Familien in Wetzlar, Wetzlarer Geschichtsverein, S. 359

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