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Richard und Paula Rosenthal

Richard Rosenthal wurde am 28.04.1878 in Butzbach geboren. 1908 heiratete er Paula Katz, Tochter von Gerson Katz III. Richard Rosenthal trat als Teilhaber in die Firma seines Schwiegervaters Firma Katz, Gerson; Immobilien und Hypotheken–Vermittlung, Getreide- und Mühlenfabrikate ein. Nach dem Tod des Schwiegervaters 1936 führte er das Geschäft weiter. Das Geschäft konnte bis November 1937 betrieben werden und wurde zum 29.01.1938 im Handelsregister gelöscht.

Aus der Ehe ging eine Tochter hervor, Gertrude, sie emigrierte 1938 nach Berneville/USA, heiratete und lebte später in New York.

Richard Rosenthal wurde nach der Pogromnacht verhaftet und kam in das Konzentrationslager Dachau. Seine Frau versuchte über Freunde für ihn eine Einreise nach England zu erlangen, sie selbst wollte später nachkommen. Nach Kriegsausbruch wurde diese Hoffnung zunichte. Nachdem sie gezwungen worden waren, das Haus zu verkaufen, blieb das Ehepaar Rosenthal in seiner Wohnung und wurde verpflichtet, weitere jüdische Menschen bei sich aufzunehmen. Bis Anfang 1941 war dies möglich, dann mussten sie in das Ghettohaus Landgrafenstraße 8 ziehen.

Richard Rosenthal war in der Zeit von 07.04.1940 bis 12.08.1942 zur Zwangsarbeit bei einer Gießener Baufirma verpflichtet.

Mitte September 1942 wurde er mit seiner Frau nach Darmstadt gebracht und von dort vermutlich nach Treblinka deportiert und ermordet.

Gerson Katz III., Paulas Vater, war Viehhändler in Steinbach. Sein Vater Feist Katz hatte seit Mai 1858 als Ortsbürger dort gelebt. 1878 übernahm Gerson Katz III.  das Anwesen seines Vaters in der Lahnstraße 14 in Steinbach. Er ließ die Firma „Gerson Katz, Vieh- und Pferdehandel mit Landesprodukten“1 beim Amtsgericht in Gießen eintragen. Gerson Katz III. war verheiratet mit Rosalie Kann aus Mainzlar und hatte fünf Kinder, von denen nur drei das Erwachsenenalter erreichten. Tochter Paula wurde am 09.01.1883 in Steinbach geboren.

1907 erwarb Gerson das Grundstück Ludwigstraße 45 in Gießen, „ein herrschaftliches 3-stöckiges Etagenhaus mit großem Ziergarten, Veranda, Nebengebäude und Riesenhof“.2 Neben dem Handel mit Frucht, Rindvieh und Pferden, Mehl, Salz und Milch war er auch Fuhrmann. Ab 1908 handelte er mit Geld und Immobilien.

Quellen
1 H. Müller und F. Damrath, Juden in Steinbach, 2. Verbesserte Auslage 2010, S. 69
2 Erwin Knauß, Mitteilungen des OHG Band 69, 1984, Brief von Gertrude Katz, geb. Rosenthal, S. 96

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