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Hilde Kann

Hilde Kann wurde am 21. März 1923 in Gießen geboren. Sie wohnte mit ihren Eltern und der 6 Jahre jüngeren Schwester Else (geboren am 01.08.1929) in der Liebigstraße 37. Hilde Kann wurde in die Goetheschule in der Westanlage eingeschult und wechselte zum Schuljahr 1932/33 an die Mädchenoberschule. Aus den Zeugnislisten von 1935 bis 1937 geht hervor, dass Hilde Kann als turnwillige, fleißige und ordentliche Schülerin beurteilt wurde. Eine ehemalige Klassenkameradin erinnert sich an sie als „stilles, sehr kluges Mädchen“. „Ich sehe sie, das kluge Mädchen, noch in der ersten Bank sitzen“.

Aufgrund einer Verordnung des städtischen Schulamtes musste Hilde die Schule verlassen. In der Klassenliste des Jahres 1938/39 findet sich dazu die Bemerkung „Ausgetreten am 24.09.1938“.

Nachdem Hilde Kann die Schule hatte verlassen müssen, sah die ehemalige Mitschülerin sie noch einmal auf dem Seltersweg, wo sie die Schaufensterscheiben eines großen Geschäftes putzte.

Wahrscheinlich musste die Familie Kann 1941 in das Ghettohaus in der Landgrafenstraße 8 umziehen. Anfang September 1942 wurde Hilde zusammen mit ihrer Familie und allen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, die noch in Gießen lebten, in der Goetheschule interniert und am 17.09.1942 in einem Transport nach Darmstadt gebracht.

In den Akten findet sich dazu der Vermerk: „am 15.11.1942 weggezogen“. Hilde Kann ist als Arbeiterin eingetragen, was darauf schließen lässt, dass sie, nachdem sie von der Schule verwiesen worden war, Zwangsarbeit leisten musste.

Aus den Unterlagen des Konzentrationslagers Theresienstadt geht hervor, dass Hilde Kann am 27.09.1942 von Darmstadt aus unter der Personennummer 21 mit einem Transport mit der Code-Nummer XVII/1 dorthin deportiert wurde, zusammen mit ihren Eltern, wahrscheinlich auch mit ihrer Schwester, die jedoch nicht erwähnt ist.

Auf einer Zimmerliste aus Theresienstadt ist die junge Frau aufgeführt. Mit ihr waren weitere 48 Personen unter den laufenden Nummern 1151 bis 1200 in einem Raum untergebracht, darunter zwei namens Kann (Wilhelmine Kann-Mayer und Simon Kann), nicht aber ihre Eltern.

Hilde Kann wurde am 27. oder 28.10.1944 nach Auschwitz transportiert (Code EV, Personennummer 829) und dort ermordet. Sie war 21 Jahre alt.

 

Text: Trialogteam Ricarda-Huch-Schule

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