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Ihr Leben ab 1933

1933, nach fünfzehn Jahren anerkannter Tätigkeit in Gießen, wird sie aufgrund des "Gesetzes vom 7. April 1933 zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" zwangspensioniert. Ihr "Ruhegehalt" mit 46 Jahren beträgt 45 % des früheren Einkommens. Sie muss ihre Wohnung Gartenstraße 30 verlassen. Sie zieht zu ihrer Kollegin und Freundin Frau Mayer, geb. Schmalbach, nach Wieseck.

In Gießen ist ihr jeder berufliche Neubeginn verwehrt. Sie knüpft noch von Gießen aus berufsbezogene Kontakte in Leipzig. Die familiären Beziehungen zur verwitweten Mutter, der jüngeren Schwester sowie Nichte und Neffe erleichtern die Rückkehr nach Leipzig.

Die Israelitische Religionsgemeinde Leipzig eröffnet 1936 eine Haushaltungsschule und betraut Hedwig Burgheim mit deren Aufbau und Leitung. Es war die einzige schulische hauswirtschaftliche Ausbildung für jüdische Mädchen im gesamten mitteldeutschen Raum. Die Aufbauphase ist mühsam, aber erfolgreich. Während der Pogrome vom 09.11.1938 wird die Schule total zerstört.

Hedwig Burgheim kauft Lebensversicherungen zurück, und bemüht sich um Ausreise in die USA. Vergeblich.

Der Israelitische Schulverein holt sie im Frühjahr 1939 an die Carlebachschule, die jüdische Schule in Leipzig. Ab 1. Okt. 1939 untersteht die Schule der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland. Sie wird zum 30. Juni 1942 wie alle jüdischen Schulen geschlossen. Hedwig Burgheim ist 1939 auch im Vorstand des jüdischen Kindergartens aktiv, wird im Sommer 1939 dessen Vorsitzende. Auf Anordnung der Gestapo muss sie den Kindergartenverein auflösen.

Im Februar 1942 wird Hedwig Burgheim die Leitung des jüdischen Altersheims (zugleich Judenhaus) in Leipzig (die bisherige Leiterin war im Januar 1942 nach Riga deportiert worden) übertragen. Auf der Deportationsliste für den 17.02.1943 muss sie ihren eigenen Namen lesen. Die Leipziger und Dresdener Juden wurden zunächst nach Berlin in das Sammellager Große Hamburger Straße verschleppt. Am 26. Febr. 1943 fuhr der Zug ab und erreichte am 27. Febr. das Vernichtungslager Auschwitz. Die Menschen mussten ihre restlichen Habe abgeben und wurden sofort ermordet.

Aus der Familie überlebte als einziger Hedwig Burgheims Neffe Rolf Kralovitz, er war in Buchenwald.

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