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Krofdorfer Straße 26 - Elise Reitz

Elise Reitz, geb. Schmidt
*25.12.1881
eingewiesen ca. 1920 in die Heilanstalt Gießen
eingewiesen am 21.03.1941 in Heilanstalt Weilmünster
eingewiesen am 24.04.1941 in die Anstalt Hadamar
ermordet am 24.04.1941 in der Anstalt Hadamar
Stolperstein verlegt am 22.10.2009

 

Standort Stolperstein Krofdorfer Straße 26


Frau Elise Reitz war seit etwa 1910 mit Wilhelm Reitz verheiratet und zog mit ihm in das Haus Krofdorfer Straße 26. Bis 1915 bekam das Ehepaar 4 Kinder. Ihr Ehemann fiel im 1. Weltkrieg, so dass Frau Reitz ihre Kinder allein zu versorgen hatte.

Nach Aussagen der Familienangehörigen wurde die Mutter der Kinder mit diesem Schicksalsschlag nicht fertig. Sie unternahm zwei Selbstmordversuche und wurde zur Behandlung in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen gebracht. Ihre Kinder wurden zu anderen Angehörigen gegeben.

Seit den 1920er Jahren hat sich Frau Reitz in dieser Einrichtung aufgehalten und regelmäßig mit ihren Kindern Kontakt gepflegt. Am 24. April 1941 erhielten die Töchter ein Schreiben der Landes-Heilanstalt Weilmünster, dass ihre Mutter heute in eine andere Anstalt verlegt werde, deren Name und Anschrift dort nicht bekannt sei, die Familie jedoch von der neuen Anstalt eine entsprechende Mitteilung erhalte.

Dies geschah dann auch mit einem Brief vom 5. Mai 1941 der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Hadamar, in dem stand, Frau Elise Reitz sei am 4. Mai 1941 „unerwartet infolge Ruhr mit Kreislaufschwäche“ verstorben.

Die Verlegung von Gießen über Weilmünster nach Hadamar erfolgte im Rahmen der von den Nazis initiierten „Aktion T 4“, systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen von 1940-1945.

Nach den in der Gedenkstätte Hadamar vorliegenden Unterlagen, sind die Personen in Bussen mit geschwärzten Scheiben nach HadamAr transportiert und unmittelbar in die Gaskammer geführt worden. Daher gelte als Todesdatum der 24. April 1941.

Ein Stolperstein für Elise Reitz wurde am 22. Oktober 2009 vor dem Haus Krofdorfer Straße 26 verlegt. Dies geschah auf Vorschlag ihrer beiden Enkel.

 

Text: Ursula Schroeter

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