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Katharinengasse 11 (ehem. Teufelslustgärtchen) - Hans Rosenbaum

Hans Rosenbaum
*16.01.1903 in Gießen
im Widerstand/Rote Hilfe
verhaftet 1937 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“
Zuchthaus Butzbach
ermordet am 25.02.1945 im Nebenlager Nordhausen des KZ Buchenwald
Stolperstein verlegt am 26.08.2013

 

Standort Stolperstein Katharinengasse 11


Nach 1933 war Hans Rosenbaum aktiv im Widerstand gegen das Naziregime. Zusammen mit anderen Antifaschisten gehörte er einer illegalen Widerstandsgruppe an, die Flugblätter herstellte und verteilte, um über die Nazibarbarei aufzuklären. Im April 1937 wurden acht Gießener Antifaschisten von der Gestapo verhaftet und vor Gericht gestellt. Unter ihnen befanden sich die parteilosen Gießener Widerstandskämpfer Heinrich Creter, Wilhelm Klüpfel, August Ranft und Robert Ranft sowie die Kommunisten Otto Rüspeler (Gleiberg), Walter Deeg, Hans Rosenbaum und Hermann Schröter.

In der Anklageschrift wird ihnen vorgeworfen, „...in den Jahren 1933 bis 1936 fortgesetzt und gemeinschaftlich handelnd, teils auch mit anderen in anderer Sache abgeurteilten Personen das hochverräterische Unternehmen, mit Gewalt die Verfassung des Reichs zu ändern... und zwar indem die Tat darauf gerichtet war... einen organisatorischen Zusammenhalt herzustellen und aufrechtzuerhalten, sowie die Massen durch Verbreitung von Schriften zu beeinflussen...“

In den „Ermittlungsergebnissen“ der Anklageerhebung heißt es u. a.: „... Ein Fall kommunistischer Mundpropaganda des Angeschuldigten spielte sich noch im Jahre 1936 ab, wo er dem Zeugen Ernst Peter Ranft (ein SA-Mann, der seine Brüder verraten hat, d. Red.) ein Buch „Karl Marx“ zu Lesen gab, um diesen in seiner staatsfeindlichen Gesinnung zu bestärken…  im Frühjahr 1934 war der Angeschuldigte an dem Beiseiteschaffen der Schreibmaschine beteiligt. Er hatte die Maschine von dem bereits in anderer Sache abgeurteilten Lorenz Hahn erhalten, die er zunächst der Maria Baitz (Ria Deeg, d. Red.) zur Anfertigung illegaler Schriftstücke zur Verfügung stellte...“

Hans Rosenbaum wurde zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Er wurde Ende 1937 vom Zuchthaus Butzbach bis April 1942 in das Aschendorfer Moorlager (Emsland) verlegt. Danach war er von 1942 bis 1945 im KZ Buchenwald eingesperrt; am 25. Februar 1945 wurde er dort im Nebenlager Nordhausen ermordet.

 

Text: Erika Beltz

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