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Gutenbergstraße 23 - Margarete Elise Hofmann

Margarete Elise Hofmann, geb. Heinz
*15.01.1896 in Nidda
eingewiesen am 03.12.1927 in die Heilanstalt Gießen
1941 Heilanstalt Weilmünster
‚verlegt‘ am 24.04.1941 nach Hadamar
ermordet am 24.04.1941 in Hadamar im Rahmen der sogenannten Aktion T4
Stolperstein verlegt am 26.08.2013

 

Standort Stolperstein Gutenbergstraße 23


Margarete Elise Hofmann, geb. Heinz, wurde am 15.01.1896 in Nidda, damals Kr. Büdingen, geboren. Am 07.03.1918 heiratete sie Wilhelm Hofmann, geb. am 17.03.1891 in Albshausen, Kr. Wetzlar, selbstständiger orthopädischer Schuhmachermeister. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Sohn Wilhelm Karl sowie die Töchter Martha Lotte und Margarete Emilie.

Margarete wurde am 03.12.1927 in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen eingewiesen. 

Der Ehemann musste für die Kosten aufkommen und hatte für seine drei Kinder zu sorgen. So empfahl man ihm die Scheidung. Die Ehe wurde am 21.05.1930 geschieden. Tochter Lotte, selbst noch eher Kind, musste den Haushalt versorgen und als quasi-Ersatzmutter viele Pflichten übernehmen. Wilhelm Hofmann heiratete in zweiter Ehe eine Frau, die jedoch den Erwartungen nicht gerecht wurde.

Am 21.03.1942 wurde der Familie die Verlegung mitgeteilt „infolge Luftschutzmaßnahmen ist in hiesiger Anstalt Platz zu schaffen für etwa notwendig werdende Verlegungen von Kranken aus städtischen Krankenanstalten.  Auf Grund dieser Maßnahmen ist die Verlegung der Obengenannten in die Anstalt Weilmünster am 21.03.1941 erfolgt“. Die Landesheilanstalt Weilmünster war Zwischenstation für den Weitertransport nach Hadamar. Am 24.04.1941 wurden knapp hundert Frauen nach Hadamar „verlegt“. Sie wurden dort sofort nach Ankunft im sogenannten Duschraum vergast, die Leichen in Verbrennungsöfen verbrannt.

Die Todesmitteilung wurde an die Schwester von Frau Hofmann in Bielefeld gesandt: „Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihre Schwester, … unerwartet am 07.05.1941 an akutem Darmverschluss mit hinzugetretener Bauchfellentzündung verstorben ist“.

 

Text: Monika Graulich

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