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Bahnhofstraße 2 - Ludwig und Betty Stern

Ludwig Stern
*18.06.1877 in Wieseck
deportiert im September 1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
überlebte
Stolperstein verlegt am 23.03.2016

Betty Stern, geb. Steinberger
*09.05.1878 in Alsfeld
deportiert im September 1942 ab Darmstadt nach Theresienstadt
ermordet am 17.05.1944 in Theresienstadt
Stolperstein verlegt am 23.03.2016

 

Standort Stolpersteine Bahnhofstraße 2


Ludwig Stern zog am 1. Januar 1903 nach Gießen und gründete zunächst in der Neustadt 31 als „Ellenwarenhändler“ ein Geschäft und vertrieb Kleider sowie Maschinen und Möbel „im Kleinen“.

Am 16.02.1904 heiratete er Betty Steinberger aus Alsfeld, die Söhne Artur und Hans wurden 1904 und 1907 geboren.

Er kaufte die Häuser Bahnhofstraße 2 und 4 und führte mit Unterbrechungen sein Unternehmen bis Februar 1939.

Die beiden Söhne emigrierten im Juni bzw. September 1933 nach Palästina.

Am 08.11.1941 musste das Ehepaar Stern das Haus Bahnhofstraße 2 aufgeben und wurde zunächst in die Liebigstraße 37, und am 18.05.1942 in die Landgrafenstraße 8 eingewiesen. Von dort erfolgte ihre Deportation im September 1942 über Darmstadt nach Theresienstadt. Betty Stern starb am 17.05.1944 in Theresienstadt.

Ludwig Stern gehört zu den wenigen Überlebenden, die nach der Befreiung hierher zurückkehrten. Er hat dann in enger Zusammenarbeit mit den Amerikanern über die Schicksale der Gießener und Wiesecker Juden berichten können, wonach Listen erstellt worden sind, die uns heute helfen, den Lebenswegen nachzugehen.

1949 ist er in die USA ausgewandert, Mitte der 1950er Jahre sind dann auch die beiden Söhne mit ihren Familien von Israel in die USA gezogen. Bis zu seinem Tod hat er mit der Familie seines Sohnes Hans in New York gelebt.

Mit einer Enkelin haben wir Kontakt, sie war 2014 mit ihrem Sohn in Gießen und hat uns einen Bericht ihres Großvaters über die Zeit in Theresienstadt überlassen, den er bereits hier für die Amerikaner verfasst hatte. Der Bericht enthält kein Wort zum Schicksal seiner Frau und auch nicht zu seinen eigenen bitteren und schmerzvollen Erlebnissen.

Die Familie Stern gehört zu den ältesten in Wieseck nachweisbaren jüdischen Familien, seit etwa 1780 hier ansässig. Und auf dem jüdischen Friedhof in Wieseck mit 44 Grabstätten können 20 Gräber der großen Familie Stern zugeordnet werden.

 

Text: Ursula Schroeter

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